Der Roboter „Tractacus“ von der landwirtschaftlichen Fakultät der türkischen Namik Kemal University wird für das Field Robot Event in Position gebracht.
-- , Foto: Griepentrog
Der Roboter „Tractacus“ von der landwirtschaftlichen Fakultät der türkischen Namik Kemal University wird für das Field Robot Event in Position gebracht.

Beim 12. Internationalen Field Robot Event (FRE) lassen sich Hochschulteams aus ganz Europa in ihren Programmierkünsten messen. In diesem Jahr müssen sich ihre Roboter in den Disziplinen Navigation, Sensorik und Kommunikation auf den DLG-Feldtagen in Bernburg-Strenzfeld beweisen.

22 europäische Teams haben sich angemeldet. Erwartet werden Studenten und Wissenschaftler aus Deutschland, den Niederlanden, Finnland, Tschechien oder der Türkei, heißt es vonseiten der Universität Hohenheim, die in diesem Jahr federführend den Wettbewerb organisiert.

Verhalten im Bestand testen

Es sei schon interessant zu beobachten, wie sehr sich das Verhalten der Roboter im Bestand verbessert habe, sagt Prof. Hans W. Griepentrog vom Fachgebiet Mess- und Prüftechnik der Universität Hohenheim, der das 12. FRE organisiert, gegenüber der agrarzeitung. So sei im vergangenen Jahr in Prag der Roboter der Technischen Universität Kaiserslautern so schnell durch den Wettbewerbsacker gefahren, dass er die Mindestmesszeit unterschritten habe.

In fünf Kategorien müssen sich die Roboter bewähren. Für die ersten beiden Disziplinen stellen sie ihr Können in der Navigation unter Beweis. Die Roboter sollen möglichst schnell und präzise das Versuchsfeld befahren, Hindernissen ausweichen und fehlende Pflanzen in der Reihe aufspüren. Für die dritte Aufgabe müssen Unkrautpflanzen entdeckt und angezeigt werden.

Die vierte Disziplin stellt die Teams vor die Herausforderung, mit einem anderen Feldroboter zusammen eine Aufgabe zu lösen. Im abschließenden Freestyle-Wettbewerb zeigen die Teams in einer selbstgewählten (oft kreativ-landwirtschaftsbezogenen) Aufgabe, was ihre Roboter sonst noch auf der Festplatte parat haben.

Zusammenarbeit lernen

Neben der Leistungsschau verfolgt das FRE weitere Ziele. „In der Regel finden sich die Teams jedes Jahr neu. Damit fangen sie häufig wieder bei Null an. Die Gruppen müssen auch das Zusammenarbeiten lernen“, sagt Griepentrog. So verwundert es nicht, dass beispielsweise die Hochschule Osnabrück bei der Ausschreibung zum FRE 2014 neben Programmierern Bachelor- und Masterstudenten für die Konstruktion, Organisation, das Team Management oder Fundraising sucht.

Zusammenarbeit ist für Griepentrog auch ein mögliches Zukunftsbild für die professionellen Feldroboter. Es gäbe viele Aufgaben, bei denen die Feldroboter die Arbeit der großen, von Fahrern zu bedienenden Landmaschinen ergänzen könnten. Anmeldungen für das 12. Field Robot Event werden noch bis zum 1. Juni entgegengenommen. (kbo)

aus: agrarzeitung 19 vom 9. Mai 2014
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