Kleine Schritte bei der WTO


Eine Einigung in den WTO-Verhandlungen ist auf absehbare Zeit kaum möglich. Es soll deshalb Etappen geben. Die Welt brauche mehr Handel, um aus der Rezession herauszukommen, betonte Pascal Lamy, Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), am Mittwoch in Genf. Er stellte seinen Jahresbericht zum internationalen Handel vor, nach dem der weltweite Güteraustausch 2012 nur noch um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr wächst. Der Zuwachs liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre, hält die WTO in ihrem Bericht fest.

In den Industrieländern stiegen die Importe gegenüber 2011 gerade einmal um 0,4 Prozent an. Das Wachstum der Exporte der Industrieländer belaufe sich auf 1,5 Prozent. Sichere Rahmenbedingungen bekäme der Welthandel nur durch ein multilaterales Abkommen, hob Lamy hervor. Da aber ein Abschluss der Doha-Runde zurzeit kaum realistisch sei, sollten die Ziele niedriger gesteckt werden.

Lamy schlägt vor, einzelne Punkte aus dem Verhandlungspaket der Doha-Runde herauszunehmen und sich auf diese zu verständigen. Dazu gehören Vereinfachungen bei der Zollabwicklung. Im Dezember 2013 ist die nächste WTO-Ministerkonferenz im indonesischen Bali geplant. (Mö)
stats