Milchkrise

Kleiner Kreis bei BDM-Konferenz


Düstere Stimmung bei der Milchwirtschaft. Der BDM lädt Molkereien zum Gespräch in Frankfurt.
-- , Foto: Stefanie Pionke
Düstere Stimmung bei der Milchwirtschaft. Der BDM lädt Molkereien zum Gespräch in Frankfurt.

Die Zahl der Teilnehmer ist überschaubar geblieben: Zur Konferenz des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) am Dienstag in Frankfurt kamen insgesamt etwa 20 Verbandsfunktionäre und Wirtschaftsvertreter. Der BDM hatte explizit nur Molkereien und keine Agrarwirtschaftsverbände eingeladen, „um die Diskussion unmittelbar zwischen den Akteuren zu führen, die täglich miteinander am Tisch sitzen“, wie es in der Ankündigung der Veranstaltung heißt.

Der BDM will nach eigenem Bekunden hören, welche Lösungsansätze die Molkereien als Ausweg aus dem derzeitigen Preistief sehen. Der Verband selbst hat dazu klare Vorstellungen, wie ein Sprecher zu agrarzeitung.de sagte: Eine Angebotssteuerung in Krisenzeiten favorisiert der BDM, oder zumindest „keine Ausweitung des Angebots“.

Beobachten ist zu wenig

Man hält sich bedeckt: Die Presse muss draußen bleiben.
-- , Foto: Stefanie Pionke
Man hält sich bedeckt: Die Presse muss draußen bleiben.
Kritik äußerte BDM-Vorstand Romuald Schaber am Rande der BDM-Molkerei-Konferenz in Richtung Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL). Eine „Beobachtung“ der Marktsituation reiche in der derzeitigen „Krise“ nicht aus, sagte Schaber zu agrarzeitung.de und nahm damit Bezug auf ein Sprecher-Statement aus dem BMEL von Montagabend. Vor dem Hintergrund der Proteste französischer Landwirte hatte der Ministeriumssprecher auf den Austausch zwischen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) und seinem französischen Amtskollegen Stéphane Le Foll verwiesen. Zudem beobachte man den Markt „besonders für Milch- und Schweinefleisch“ genau. BDM-Vorstand Schaber will stattdessen „konkrete Maßnahmen“ sehen, sagte er in Frankfurt, ohne im Detail darauf einzugehen, wie diese aussehen sollen.

Vertreter der Milchwirtschaft, darunter kleinere, aber auch größere Privatmolkereien aus Süddeutschland, die der Einladung des BDM nach Frankfurt gefolgt waren, ließen eine Beunruhigung angesichts der derzeitigen Marktlage erkennen. Er habe „Respekt vor den derzeit niedrigen Milchpreisen“, sagte ein Verantwortlicher aus dem Einkauf einer bekannten, bayerischen Molkerei am Rande der Veranstaltung. (pio)
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