Kleingruppe zu wenig erforscht


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Die Kleingruppenhaltung für Legehennen bleibt umstritten. Wissenschaftler kritisieren, dass das Haltungssystem in Deutschland ohne ausreichende Tests politisch durchgesetzt wurde.

Legehennenhalter, die ihre Betriebe auf die Kleingruppenhaltung umstellen, müssen befürchten, in einigen Jahren ihre Ställe erneut nachrüsten zu müssen. Die Kleingruppe sei in Deutschland eingeführt worden, obwohl für das Haltungssystem nahezu keine wissenschaftlichen Daten vorgelegen hätten, kritisierte Prof. Michael Erhard, Ludwig-Maximilians-Universität, München, bei einer Tagung der Heinrich-Stockmeyer-Stiftung am vergangenen Donnerstag in Osnabrück. Die Unterschiede zwischen der Kleingruppe und dem ausgestalteten Käfig seien nicht sehr groß. Deshalb sei es ungewiss, ob die Anforderungen des deutschen Tierschutzgesetzes erfüllt würden. Fraglich sei beispielsweise, ob Flächen zum Scharren und Sandbaden groß genug seien, um allen Tieren diese Aktivitäten zu ermöglichen. Die Bundesregierung bereitet zurzeit ein Forschungsprojekt vor, in dem die Kleingruppenhaltung genauer untersucht werden soll. Ergebnisse werden erst in einigen Jahren vorliegen. Landwirte, die jetzt in die Kleingruppenhaltung investieren, hätten keine Rechtssicherheit. Tierhaltungssysteme müssten in Zukunft zunächst erforscht werden. "Erst danach kann man die Dinge näher regeln", so Erhard. (SB)

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