Die Verlängerung des Kyoto-Protokolls ist einziges Ergebnis der Weltklimakonferenz in Doha. Umweltschützer kritisieren die Bilanz des Gipfels.

Nach rund zwei Wochen Verhandlungen hat die internationale Staatengemeinschaft auf der Konferenz in Katar beschlossen, das Kyoto-Protokoll bis 2020 zu verlängern. Neben den 27 EU-Staaten verpflichten sich zehn weitere Staaten, ihren Ausstoß an Treibhausgasen weiter zu reduzieren. Gemeinsam sind diese Staaten aber nur für rund 15 Prozent des weltweiten Treibhausgasausstoßes verantwortlich. Große Emittenten wie die Vereinigten Staaten, Russland, Kanada und Japan lehnten verbindliche Zusagen ab. 

Für den ab 2020 geplanten Weltklimavertrag wurde in Doha ein Arbeitsprogramm verabschiedet. Bei der Finanzierung der Folgen des Klimawandels machten die Industrieländer den Entwicklungsländern lediglich vage Zugeständnisse.

Die EU wurde ihrem Anspruch, Vorreiter im internationalen Klimaschutz zu sein, nicht gerecht. Die Mitgliedstaaten konnten sich nicht darauf einigen, ihr CO2-Reduktionsziel bis 2020 von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen.

Die Bewertung der Gipfelbeschlüsse fällt unterschiedlich aus. Bundesumweltminister Peter Altmaier sagte, in Doha sei „das Tor in die Zukunft des internationalen Klimaschutzes geöffnet" worden und sprach von einem „Meilenstein". Umweltschutzverbände wie der WWF stufen die Bilanz der Konferenz - gemessen an den Herausforderungen des Klimawandels - als „vernichtend" ein. (sch)
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