Düngetechnik

Klimaschutz kostet Geld

Deutschland steht in der Pflicht, ihre Zusagen in Klimaabkommen einzuhalten. „Die Landwirtschaft ist verantwortlich für 95 Prozent der gasförmigen Emissionen“, sagt Dr. Andreas Pacholski, von der Leuphana Universität am Mittwoch in Einbeck .

Der Wissenschaftler stellte während des Eurochem-Symposiums Studien vor, wonach die höchsten Stickstoffverluste durch Ammoniakverflüchtigung nach der Applikation von Rindergülle und Gärresten auftreten. Wirkungsvolle Maßnahme um den Austritt der schädlichen Gase zu verringern, seien emissionsarme Applikationstechniken sowie die generelle Reduktion von Stickstoffüberschüssen. So kann eine direkte Einarbeitung von Gülle in den Boden die Ammoniakverluste bis zu 90 Prozent im Vergleich zur oberflächlichen Ausbringung reduzieren. Allerdings sind die Maßnahmen wie beispielsweise die Injektion von flüssigen Wirtschaftsdüngern nicht unumstritten.

„Alle Reduktionstechniken sind mit höheren Kosten für Landwirte sowie Vor- und Nachteilen für die Umwelt verknüpft“, lautet das Fazit von Teilnehmern. Zwar senke eine unmittelbare Einarbeitung von Gülle die Ammoniakemissionen, gleichzeitig schaffe das System die Voraussetzung für einen erhöhten Austritt von Lachgas. Diesen unerwünschten Nebeneffekt lässt sich durch den Zusatz von Nitrifikationsinhibitoren verringern, zeigen Wissenschaftler aus Hohenheim und Oldenburg anhand ihrer langjährigen Aufzeichnungen. Sie halten eine sofortige Einarbeitung von Düngemitteln immer noch klimaschonender ist als die konventionelle oberflächliche Ausbringung.

Der Düngehersteller Eurochem verfolgt die Entwicklungen in der Applikationstechnik genau. „Wir werden in den kommenden Jahren neue Produkte vorstellen, die die Stickstoffeffizienz von organischen Düngern verbessern“, kündigte Dr. Thomas Mannheim von Eurochem auf der Tagung an. (da)
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