Pflanzenschutztagung

Klimawandel schädigt Kulturpflanzen

Ein starker Hagelschauer oder Spätfrost zum falschen Zeitpunkt kann einen Großteil der Ernte vernichten. Solche Extremwetterlagen werden mit dem Klimawandel zunehmen. Die Wirkungen auf die Kulturpflanzen sind aber noch wenig erforscht, zeigt sich bei der Pflanzenschutztagung in dieser Woche in Freiburg.

Vorgestellt wird hier unter anderem das Ergebnis einer Literaturstudie des Julius-Kühn-Instituts. Petra Seidel vom Julius Kühn-Institut (JKI) konnte nur wenige Forschungsergebnisse aus Ackerbaukulturen finden. Noch weniger erforscht sind Wirkungen auf Obst-, Gemüse- oder Weinbau. Noch weit unklarer ist, wie sich solche Extreme auf Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter auswirken.

Das Verbundforschungsvorhaben „Agrarrelevante Extremwetterlagen“, in dem Seidel mitarbeitet, untersucht, mit welchen Auswirkungen im Zuge des Klimawandels in Deutschland mit einer Verstärkung dieser Problematik oder dem Auftreten neuer Extremsituationen zu rechnen ist. Mit in die Forschung fließen auch Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein.

In Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut und weiteren Partnern in Forschungsverbund sollen abschließend Anpassungsstrategien der Landwirtschaftlichen Betriebe bewertet werden, wie die Anschaffung von Hagelnetzen oder einer Frostberegnung.

Wissenschaftler des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz in Neustadt/W. und des JKI in Kleinmachnow präsentieren auf der Tagung die von ihnen untersuchten potenziellen Risiken von Extremwetterlagen für Wein, Obst, Hopfen und Freilandgemüse. Mit weit mehr als 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist die 59. Deutsche Pflanzenschutztagung eine der größten agrarwissenschaftlichen Tagungen Europas.

Bis zum 26. September treffen sich die Phytomediziner an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Erstmals wird die im 2-jährigen Turnus stattfindende Tagung auch als Fort- oder Weiterbildungsveranstaltung gemäß der Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung in Baden-Württemberg anerkannt. (az)
stats