Saatgutkongress

Klimawandel schwer vorhersagbar

Laut Expertenmeinung werden Extremwetterlagen zunehmen.
-- , Foto: Christian Mühlhausen
Laut Expertenmeinung werden Extremwetterlagen zunehmen.

Weniger Spätfröste, dafür ein insgesamt höheres Frostrisiko, weniger Bodenfeuchte und zunehmende Frühjahrstrockenheit, mehr Hitzetage und stärkere Ertragsvolatilitäten - darauf müssen sich Landwirte einstellen, erklärt Dr. Horst Gömann. Er hat am Thünen-Institut Anpassungstrategien erforscht. Die Krux ist jedoch: verschiedene Klimafaktoren wirken sich regional sehr unterschiedlich aus. Er rät den Landwirten zur Diversifizierung bei der Sortenwahl. Die Landwirte haben nach Auffassung von Dr. Ulrich von Wulffen, der das Zentrum für Acker- und Pflanzenbau in Sachsen-Anhalt leitet, noch weitere Möglichkeiten. Unter anderem sollte die Fruchtfolge überprüft werden. Eine flache Bodenbearbeitung habe sich beispielsweise als Wassersparend erwiesen und auch die Durchwurzelung könne mit der Saatstärke beeinflusst werden. Die Beregnung sei jedoch auf Grund der Kosten keine sinnvolle Lösung, sagte von Wulffen auf dem Saatgutkongress, der von agrarzeitung (az) und der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft veranstaltet wird.


Züchter sind auf der Suche nach Pflanzen mit speziellen Eigenschaften, die Extremwetterlagen besser überstehen. Andreas Stahl untersucht an der Justis-Liebig-Universität Gießen Rapspflanzen auf Trockenstress und Nährstoffmangel. Vieles sei aber noch nicht bekannt, so Stahl. Abhilfe könnte die Sensortechnik liefern, an der Prof. Arno Ruckelshausen an der Hochschule Osnabrück arbeitet. Mit Hilfe von Sensoren sammelt er eine Vielzahl an Daten zu Biomasse, Chlorophyllgehalt, Halmstärke und vieles mehr. Das gelingt sogar Pflanzengenau, beschreibt Ruckelshausen. Schwierig sei hingegen die Auswertung der Daten. Eine sinnvolle Auswertung müsse daher interdisziplinär mit den Züchtern erfolgen, um Impulse für die Entwicklung neuer Sorten daraus zu generieren. (AW)

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