Die Südgrenze der Verbreitung der meisten Hummelarten habe sich auf beiden Kontinenten innerhalb eines Jahrhunderts bis zu 300 Kilometer nach Norden verschoben, die Nordgrenze dagegen nicht, schreibt das Forscherteam in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes Science.

„Im Gegensatz zu anderen Tiergruppen hat es keine Veränderungen bei den nördlichen Verbreitungsgrenzen von Hummeln in Europa oder Nordamerika gegeben. Obwohl sich deren Lebensräume mit rund +2,5 Grad Celsius deutlich erwärmt haben, haben es die Hummeln nicht geschafft, mit der Erwärmung mitzuziehen", erklärt Dr. Oliver Schweiger vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), der die Studie mit verfasst hat.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Verbreitungsgrenzen wurden laut Angaben der Forscher bisher noch nie in diesem Umfang auf zwei Kontinenten untersucht. An der Studie, die von der Universität Ottawa in Kanada geleitet wurde, waren Forscher aus den USA, Großbritannien, Belgien und das deutsche UFZ beteiligt.

Für ihre Studie werteten sie rund 423.000 Beobachtungen von insgesamt 67 europäischen und nordamerikanischen Hummelarten aus, die seit dem Jahr 1901 gemacht wurden. Die Untersuchungsergebnisse zeigten, dass Hummeln nicht mit dem Tempo des Klimawandels mithalten können. Da sie zu den wichtigsten Bestäubern gehören, könnte das gravierende Auswirkungen auf den Ertrag von Agrargütern haben, warnen die Forscher. (az)
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