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In Mecklenburg-Vorpommern verlief bei Weizen, Sommergerste, Roggen und Hafer die Kornfüllungsphase nicht optimal. Deswegen kommt es regional zur Notreife, berichtete Landwirtschaftsminister Till Backhaus gestern auf einer Pressekonferenz auf dem Gut Gallin. Eine "Missernte" sei bei Mähdruschfrüchten jedoch nicht zu erwarten, die Ertragsausfälle werden gegenüber den bisher erwarteten Ergebnissen etwa 10 Prozent betragen. Weitaus problematischer ist die Situation bei Mais und Grünland.

Die bereits abgeschlossene Wintergerstenernte bilanzierte Backhaus durchwachsen. Während in den Bereichen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust die Ertragserwartungen nach seinen Angaben 10 bis 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen, zeichnen sich in den anderen Landesgebieten durchschnittliche Erträge ab. Für Winterweizen geht Backhaus davon aus, dass die in der ersten Erntevorschätzung genannten Erträge von 74 dt/ha nicht überall im Land erreicht werden können.

Beim Raps wird die Schere zwischen Grenzstandorten und mittleren bis guten Böden stark auseinander gehen. "Hier zeigt sich auch in diesem Jahr erneut, dass wir die vertretbare Anbauhöchstgrenze im Land überschritten haben. Der Raps steht vielerorts in zu enger Fruchtfolge", betonte Backhaus. Auf guten Standorten werden aber durchschnittliche Erträge erwartet.

In einigen Maisbeständen liegen nach Angaben von Backhaus bereits irreparable Schäden vor. Hier ist durch die fehlende Kolbenausbildung der Energie- und Stärkegehalt sehr gering oder nicht vorhanden. Das Ministerium rechnet regional mit bis zu 50 Prozent Ertragsausfall. Das könne in Einzelfällen die durchgängige Belieferung der neu errichteten Biogasanlagen beeinträchtigen. Besonders problematisch stellt sich die derzeitige Futterbereitstellung dar. Der Aufwuchs auf dem Grünland gewährleistet nach Angaben von Backhaus jetzt schon keine ausreichende Futterversorgung der Mutterkühe auf der Weide. Deshalb wird bereits Silage zugefüttert, was auf Kosten der Winterfutterversorgung geht. (ED)

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