Die FDP stellt sich bei den Regeln für Gentechnik in Lebensmitteln gegen Agrarministerin Ilse Aigner. Deren ablehnende Haltung zu einer Toleranzschwelle widerspreche dem Koalitionsvertrag. Aigner verlasse mit ihrem Beharren auf eine Nulltoleranzregelung für Lebensmittel mit Spuren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) „im Alleingang die Linie des gemeinsamen Koalitionsvertrags", sagte die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan. In diesem sei eine praktikable Umsetzung der Nulltoleranz vereinbart worden. „Wir sollten als Koalition so handeln, wie wir es vereinbart haben", erklärte die Abgeordnete gegenüber agrarzeitung.de.

Die FDP unterstützt den Vorschlag der EU-Kommission, einen technischen Schwellenwert von 0,1 Prozent bei Spuren von in der EU nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Lebensmitteln einzuführen. Nach Ansicht der Liberalen ist eine Korrektur der Nulltoleranz-Politik auf EU-Ebene überfällig. Die bisher geltende Nulltoleranzregelung habe der deutschen Wirtschaft finanzielle Schäden in zweistelliger Millionenhöhe verursacht. Happach-Kasan plädiert für eine Gleichbehandlung für Lebens- und Futtermittel, weil beispielsweise beim Import von Soja dessen Verwendung vorab nicht feststehe. (sch)

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