1

Für die Koexistenz von konventionellem sowie ökologischem Anbau und dem von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) müssen die Anbauregeln sehr flexibel sein, erklärte der britische Umweltberater Jeremy Sweet aus Cambridge am Montag auf der Fresenius-Konferenz zum Thema „GVO-Anbau und Lebensmittel“. Mit einfachen Abständen ist es nicht getan, wie seine Untersuchungen zeigen. Denn Auskreuzungen von GVO sind nicht nur vom Abstand zwischen den Feldern, sondern auch von der GVO-Sorte, den regionalen Gegebenheiten, dem Wetter sowie von der Größe der Flächen abhängig, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Je kleiner das Nicht-GVO-Feld im Vergleich zur GVO-Fläche ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines GVO-Eintrags über dem Wert von 0,9 Prozent, ab dem das Erntegut gekennzeichnet werden muss. Dies erfordere ein sehr sorgfältiges Flächenmanagement.

Darüber hinaus hält Sweet einen Saatgut-Schwellenwert für essenziell mit Blick auf Koexistenz, denn das Saatgut sei der Anfang eines jeden Anbaus. Die bereits bestehenden Qualitätssicherungsmaßnahmen für zertifiziertes Saatgut reichen seiner Meinung nach aus, um einen Saatgutschwellenwert von 0,5 Prozent für GVO-Spuren zu erfüllen. Bei 0,3 Prozent könnte es schon notwendig sein, die bisherigen Vermehrungsflächen von den GVO-Vermehrungsflächen zu separieren oder gar eigene Zonen einzurichten, wie dies bereits bei Kartoffeln und Zuckerrüben praktiziert werde. Bei einem Wert von 0,1 Prozent müssten die Flächen auf jeden Fall separiert werden, so Sweet. (AW)

stats