1

Steffen Bach

zur Struktur der Mischfutterbranche

Wettbewerb

„In der Mischfutterbranche gibt es noch einen ausgeprägten Wettbewerb.“ Dies ist das Fazit der Strukturanalyse, die die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands jetzt veröffentlicht hat. In der Tat ist die Branche noch nicht hoch konzentriert. Die zehn größten Hersteller vereinigen die Hälfte der Produktion auf sich. Dennoch geht der Strukturwandel an den Tierernährern nicht vorbei. Kleine und kleinste Marktteilnehmer geben auf. Die großen haben schon lange die Weichen auf weiteres Wachstum gestellt. Spitzenreiter Cremer, Agravis und Bröring stärkten in den vergangenen Jahren ihre Position durch Fusionen oder Übernahmen. Für das Wirtschaftsjahr 2005/06 wies die amtliche Statistik 361 Betriebe aus, die mehr als 500 t Mischfutter herstellen, 16 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Aussichten für die Branche sind besser als noch vor einigen Jahren. Vor allem der Boom im Schweinesektor hat 2006 zu einer Absatzsteigerung geführt. Die Gesamtproduktion konnte um 3,5 Prozent auf 20,31 Mio. t Mischfutter gesteigert werden. Der Absatz von Schweinefutter legte sogar um 8,8 Prozent zu. Investitionen in neue Stallanlagen lassen auf weitere Zuwächse hoffen.

Die guten Aussichten hierzulande wecken auch im Ausland Interesse. Konkurrenten aus den Niederlanden und Dänemark drängen auf den deutschen Markt. Die ISN sieht dabei einen Strategiewechsel. Früher sei es darum gegangen, angesichts des schrumpfenden Marktes in den Niederlanden Futter nach Deutschland zu liefern. Jetzt werde versucht, durch die Übernahme von Produktionsstätten den Marktanteil in Deutschland deutlich nach oben zu schrauben. Die niederländische Kooperation For Farmers, Lochem, ist so bereits zum fünftgrößten Hersteller aufgestiegen. Beim viertgrößten Mischfutterhersteller, der Raiffeisenhauptgenossenschaft Nord AG in Kiel, hat die dänische Genossenschaft DLG, Kopenhagen, ihr Aktienpaket kontinuierlich vergrößert.

Dass es auf dem Mischfuttermarkt noch einen ausgeprägten Wettbewerb gibt, gilt vor allem für die Veredelungsregionen im Nordwesten Deutschlands. Im Weser-Ems-Gebiet und in Westfalen können die Schweinemäster aus einer Vielzahl von leistungsstarken Unternehmen auswählen. Trotz einer weiteren Marktbereinigung wird sich daran vorerst nichts ändern. Im Osten dominieren dagegen wenige große Anbieter den Markt. Wettbewerbsfreie Zonen müssen die Tierhalter vorerst aber nicht fürchten, auch wenn sich der Strukturwandel fortsetzen wird.

stats