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Gisela Haas

zur Fruit Logistica

Voller Erfolg

Die am vorigen Samstag beendete Berliner Fruit Logistica wird nicht nur vom Veranstalter Messe Berlin als Erfolg gefeiert, sie wird auch von den Teilnehmern der Kartoffelbranche allgemein gelobt. Dies gilt sowohl für die inzwischen schon fast traditionelle Konzeption als auch für die Veränderungen. Insbesondere ist damit die Trennung von der Grünen Woche angesprochen. Zunächst als deren Anhängsel ins Rennen geschickt, konnte sich die Fruit Logistica schnell und mit beeindruckendem Umfang entwickeln und etablieren. Die bisherige Eingrenzung innerhalb der Grünen Woche und das Einsickern von deren fachfremden Besuchern störte zunehmend. 2004 trafen sich in den sechs Hallen ausschließlich Brancheninsider. Da diese allerdings aus aller Welt zusammenströmten, herrschte dennoch an allen drei Messetagen ein reges Treiben. International orientierte Unternehmen der Kartoffelwirtschaft bewerteten die Messe daher inzwischen höher als die in der nächsten Woche in Hamburg veranstaltete Kartoffel-Frühjahrsbörse. Für auf Norddeutschland orientierte Unternehmen dürfte diese Gewichtung eher (noch?) zugunsten der Börse ausfallen. Aber auch für deren Chefs ist der Besuch der Fruit Logistica inzwischen ein sicher lohnender Termin; sie holen sich dort sowohl Anregungen, beispielsweise für technische Neuentwicklungen, als auch den direkten Kontakt zu Exporteuren, deren Lieferungen und Marktbeurteilungen sie sonst nur über das filternde Nadelöhr der Importeure erhalten. Die zeitliche Nähe zur Frühjahrsbörse und zum anlaufenden Tagesgeschäft mit Saatkartoffeln erlaubt keine weitere Verschiebung der Messe in den Februar hinein, teilweise wurde schon die erste Februarwoche als zu spät angesehen. Dies gilt insbesondere für die ökologische Kartoffelwirtschaft, die in der nächsten Woche schon wieder auf der Biofach in Nürnberg gefordert ist. Für die in wenigen Tagen beginnenden Gespräche mit dem Lebensmitteleinzelhandel über die Umstellung auf das Frühkartoffelgeschäft lag die Fruit Logistica 2004 dagegen gerade richtig, werden die Qualitätsprobleme mit der alterntigen Ware doch zunehmend offensichtlicher. In Ägypten sollen die Hektarerträge geringer als im Vorjahr ausfallen, berichtete ein führender Exporteur seinem deutschen Kunden. Israels Knollen reichen dagegen immer für die Nachfrage, betonte der Berliner Openica-Kartoffelhandel – Lieferungen seien lediglich eine Frage des Preises!
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