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Jan Peters

zum QS-Rückstandsmonitoring

Rahmen

In einer Phase von unbefriedigenden Erlösen beginnt eine neue Herausforderung für die hiesigen Kartoffelhändler und Erzeuger: Mit Beginn der Saison 2005 startet die Rückstandsüberwachung von QS-Ware im Bereich von Kartoffeln. Ziel des QS-Rückstandsmonitorings ist es, mögliche Überschreitungen von Rückstandshöchstmengen festzustellen, die Ursachen zu identifizieren und Überschreitungen durch geeignete Maßnahmen zügig zu vermeiden.

Für die Beteiligten an der Erzeugung und Vermarktung von Kartoffeln ergeben sich hieraus zusätzliche Kosten, aber auch Vorteile. Grundvoraussetzung für den Kartoffelanbau bleibt auch für die kommenden Jahre eine hohe Qualität der zu vermarktenden Ware, um überhaupt das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Mit der Einführung des Rückstandsmonitorings stellt sich QS als erstes Qualitätssicherungssystem der Herausforderung, das Thema Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bei den Kartoffeln systematisch und gleichgerichtet anzugehen. Erstmalig in der Kartoffelbranche werden die Kontrollen und die Zertifizierung der betrieblichen Prozesse mit der stichprobenartigen Überwachung von QS-Produkten auf die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte verknüpft. Das Rückstandsmonitoring erfasst umfangreiche Maßnahmen. So sind die Vorgaben von der Probennahme und der Probenanzahl über die Probenaufbereitung bis zu den Analysemethoden schriftlich dokumentiert. Auch die Wirkstoffspektren werden analysiert. Das QS schafft dadurch einen einheitlichen Rahmen für Rückstandsuntersuchungen, der als Basis für eine Vergleichbarkeit von Analyseergebnissen in den verschiedenen Kartoffelunternehmen bis hin zur Lieferkette dient.

Im Einführungsjahr 2005 wird erst einmal eine Bestandsaufnahme für die Rückstandssituation bei Speisekartoffeln vorgenommen. So sollen zunächst etwa 10 Prozent der Kartoffelanbaubetriebe mit Produktproben auf die Einhaltung von Grenzwerten untersucht werden. Die Auswahl der Betriebe soll offenbar nach dem Zufallsprinzip erfolgen. Die Ergebnisse werden Ende 2005 erwartet. Der wissenschaftliche Beirat des QS wird über das Rückstandsmonitoring die Ergebnisse auswerten. Alle Ergebnisse werden dann in die weitere Entwicklung des QS-Systems einfließen. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieses neue Rückstandsmonitoringsystem auf den Kartoffelhandel auswirken wird. Die Handelsunternehmen sollten den verständlichen Wunsch der Verbraucher nach Informationen auf jeden Fall aufgreifen und in jeder geeigneten Weise erfüllen. Nur eine wirklich gut durchgeführte Rückstandsüberwachung der Speisekartoffeln hilft sowohl den Bauern als auch den Händlern. Überflüssige Diskussionen und vor allem der Vertrauensverlust zwischen Landwirt, Handel und Verbraucher lassen sich so vermeiden.
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