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Brigitte Stein

zum Welt-Sorten-Katalog

Staunen

In wenigen Wochen ist es soweit: die neueste Auflage des Welt-Katalogs der Kartoffelsorten erscheint im Agri-Media-Verlag. Dies ist die dritte Ausgabe nach der ersten Ausgabe 1999 und der zweiten im Jahr 2003.

Der aktuelle Katalog wird mehr als 4.000 Sorten beschreiben, die in mehr als 100 Ländern der Erde bekannt sind. Diese Vielfalt dürfte selbst hartgesottene Kartoffelgemüter überraschen. Schließlich galt ja bereits die erste Ausgabe mit 1.600 Sorten weltweit als umfassende Fleißarbeit der beiden Autoren Walter Hamester und Uwe Hils. Damals hatte Hamester in vielen Gespräche für das scheinbar utopische Projekt geworben und sich nicht von seinem Plan abbringen lassen. Das Ergebnis konnte sich nicht nur sehen lassen; es rief geradezu nach weiteren Folge-Editionen. Diesmal teilten sich Uwe Hils und der kanadische Kartoffelexperte Lukie Pieterse die Fleißarbeit der Vervollständigung. Das Buch für 89 € oder 115,70 US-$ wird ein interessantes Nachschlagewerk nicht nur für Forscher, Züchter und Universitäten sein. Sehr gelungen war bereits in der ersten Ausgabe die tabellarische Beschreibung der Sorten nach Form, Fleisch- und Hautfarbe, Augentiefe, Verbreitungsländern, Verwendungsrichtung, Züchter und Zulassungsjahr und auch Krankheitsresistenz. Diese tabellarische Form wurde beibehalten und für die jeweils neu erfassten Sorten ausgefüllt.

Bei allem Erstaunen über die gebotene Fülle von 4.000 Sorten bildet dieser Katalog mit seinem Erscheinen doch auch einen hübschen Hintergrund zu der aktuellen Meldung dieser Tage, nämlich dass sich zwei Parteien möglicherweise bald gerichtlich um eine Sorte streiten. Um eine Sorte - von 4.000 weltweit - die muss schon etwas ganz Besonderes sein!
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