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Brigitte Stein

zu Qualitätssicherungssystemen

Argumente

Qualitätssicherung war das Hauptthema der diesjährigen Fruit Logistica. Festredner Stefan Feuerstein von der Metro brachte es auf den Punkt: „Es reicht nicht mehr, die Waren von 200 Erzeugern zusammenzufassen.“ Die Verbraucher wollen mehr Klarheit, sie wollen auch mehr Sicherheit. Die Erzeuger wiederum wollen mehr erlösen. Dazwischen besteht ein Zusammenhang, meinte Feuerstein: „Eine faire Entlohnung für den Erzeuger gibt es nur, wenn der Verbraucher Vertrauen hat.“ Dabei helfen sollen die verschiedenen Qualitätssicherungssysteme. Wer den Verlauf der Frischwarenmesse mit seinen Themenforen weiter verfolgt hat, dem konnte ein genervter Unterton vor allem aus dem Hause Metro nicht entgehen. Die Vielfalt der Qualitätssicherungssysteme und deren feine Zwistigkeiten scheinen dem Handelshaus lästig zu werden. Über die Einigung zwischen Eurepgap und QS-Gap ist man also nicht nur auf der Erzeugerebene sondern auch im Handel froh. Eine Lösung für die restlichen existierenden Standards scheint in weiter Ferne. Wenn zeitgleich Lidl versucht, sich mit QS zu profilieren, bleibt den Lieferanten wenig Hoffnung auf Besserung.

Hinter all diesen Rückverfolgbarkeitssystemen steht das Ziel, als Einzelhandelsunternehmen aus der Schusslinie zu kommen, wenn es Beanstandungen gibt. Der Lebensmitteleinzelhandel will nicht länger als Schutzschild für Zwischenhändler und Erzeuger fungieren, sondern im Falle von Kritik diese direkt an den Verursacher weitergeben. Das wurde deutlich gesagt. Damit gibt es klares ein Argument für bessere Erlöse für Erzeuger und Großhändler mit Qualitätssicherungssystem: Sie werden künftig mehr Verantwortung tragen. Eben jene, die der Einzelhandel abgeben will.
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