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Cäcilie Daus-Speicher

zu Frühkartoffeln

Gelungen

Die Frühkartoffelkampagne 2006 gibt den Pfälzer Erzeugern kaum Anlass zum Jammern, aber reichlich Grund zum Jubeln! Auch dann, wenn man das offiziell nicht so gerne zum Ausdruck bringt. Man weiß, dass der Frühkartoffelmarkt sehr fragil ist und guten Jahren schlechte folgen, die finanziell ausgeglichen werden müssen. Aber ob die Landwirte nun jubeln oder wehklagen – mal ehrlich – wen interessiert das schon, außer die Betroffenen selbst und die direkten Marktpartner?

Und dennoch: 2006 ist im Frühkartoffelbereich ein Jahr zum Feiern. Einerseits weil wohl seit dem Trockenjahr 1976 nicht mehr so hohe Preise erzielt werden konnten. Anderseits war es eine weitgehend gelungene Kampagne, lässt man die Desaster „überregionale Industrieverträge“ und die Netto-Geschichte einmal außen vor. Die Vermarktung lief weniger hektisch, weniger drängend und weitaus disziplinierter und koordinierter als in allen Jahren zuvor. Mehr noch: Die Notierungskommission konnte sich auf vernünftige Preise verständigen, die dann auch eingehalten wurden. Das Zusammenspiel zwischen Erzeugergemeinschaften und Vermarktern funktionierte gut. Die Verlässlichkeit in Wort und Tat wurde gepflegt, was bis dahin nicht selbstverständlich war. Natürlich unterstützten die günstigen Rahmenbedingungen das Ganze. Doch der Absatz war auch über weite Strecken nicht gerade berauschend. Dennoch hielten die Erzeuger an einer kontinuierlichen Marktbeschickung fest. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Durchschnittspreis dürfte sich irgendwo zwischen 230 bis 250 €/t bewegen. Bei einer Gesamternte von 115.000 t bescherte diese Kampagne den Pfälzern mehr als doppelt so hohe Gesamteinnahmen als im Vorjahr. Damit gibt es gute Voraussetzungen für die Erzeuger, um die Betriebe auf Vordermann zu bringen und neu zu investieren sowie ein notwendiges Polster für schlechte Zeiten anzulegen.

Mit einem solch guten Jahr im Rücken wäre es natürlich sinnvoll, schon heute die kommende Saison ins Auge zu fassen und darüber hinaus vor allem die Kampagne 2008, um die Vertrauensbasis zu stärken und die richtigen Weichen zu stellen für ein gut durchdachtes und verbindliches Gesamtkonzept.
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