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Brigitte Stein

zur Schulküchenwerbung

Zukunftsorientiert

Die Kartoffel hat noch immer ein positives Image bei den Verbrauchern. Das bestätigen Umfragen der CMA durchaus. Allerdings greifen die Verbraucher in der Qual der Wahl allzu oft nicht in die Kartoffeltheke – vor allem die jüngeren nicht. Dafür gibt es zwar auch viele rationale Gründe, die veränderte Lebensgewohnheiten in der modernen Welt mit sich bringen. Doch wem etwas an der Kartoffel und dem Kartoffelabsatz liegt, der sollte es nicht bei dieser fatalistischen Erkenntnis belassen. Denn aus den jungen Verbrauchern von heute werden junge Familien. Diese prägen dann wieder das Verbrauchsmuster der jungen Verbraucher von morgen. Darum muss gerade in jungen Jahren die Kartoffel schmackhaft gemacht werden.

Bislang gilt aber zu häufig noch die ältere Generation als tragende Säule für den derzeitigen Kartoffelabsatz. Sicher ist das, wie für viele Konsumgüter auch, eine attraktive, treue und zahlungskräftige Zielgruppe. Deren Zukunftsperspektive – auf die Kartoffel fokussiert – besteht darin, mit Kartoffelmahlzeiten aus der Großküche den Kartoffelabsatz vorerst zu stabilisieren. Das ist gut, weil sie Salzkartoffeln gerne mögen und somit auch Schälware zuverlässig Absatz findet. Aber das ist doch wirklich keine langfristige Perspektive. Darum ist es notwendig den Blick auf die Jugend zu richten.

Dass die Teenies mit Werbung in „Bravo“ oder „Mädchen“ nicht dazu zu bewegen sind, im Supermarkt eine Tüte Kartoffeln zu kaufen, ist keine Frage. Aber die Außer-Haus-Verpflegung der Kinder und Jugendlichen bietet durchaus Chancen. Ganztagsbetreuung in Schulen und Kindergärten machen immer mehr Kinder und Jugendliche zu Großküchen-Kunden. Wenn sich dabei regelmäßig wirklich leckere Kartoffelzubereitungen finden, ergibt sich daraus eine echte Perspektive für den Kartoffelabsatz. Schließlich nehmen Kinder und Jugendliche zunächst Einfluss auf die Ausgaben der Eltern und verfügen irgendwann ja auch einmal über eigene Haushalte.

Genau dieser Logik folgt der Kartoffelverarbeiter McCain in Großbritannien. Gezielt bewirbt und schult er Caterer und Großküchen für die Schulverpflegung. Dabei geht es zum einen um die richtige und appetitanregende Zubereitung der Kartoffelprodukte. Zum anderen wird der gesundheitliche Wert der Kartoffel ins rechte Licht gerückt. Das passt wunderbar in die in Großbritannien aktuelle Debatte über Übergewicht und gesunde Ernährung, die sogar ministerielle Unterstützung genießt. Aber nicht nur das: Auch der britische Star-Koch Jamie Oliver hat sich der gesunden und leckeren Verpflegung in der Schulküche verschrieben. Aus solchen Aktionen gerichtet an die Verbraucher von morgen lassen sich langfristige Perspektiven ableiten. Da darf die Kartoffel nicht fehlen.
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