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Jan Peters

zum Preisniveau

Nutzen

Die derzeitige Absatz- und Preisentwicklung setzt an den Märkten für Speisekartoffeln eindeutige Signale: Es werden Preise gezahlt, die sich erheblich von den erwarteten Vorstellungen absetzen. Und obwohl die Notierungen in den vergangenen Monaten laufend gestiegen sind, verlief die Nachfrage fast kontinuierlich angeregt. Vor allem das Erzeugerverhalten unterscheidet sich in diesem Jahr deutlich von den Vorjahren: Trotz des derzeit durch die Haupternte umfangreicheren Angebotes sind die Erzeuger daran interessiert, die Preise auf dem erreichten Niveau stabil zu halten. Wohl dosierte Angebotsmengen sorgen für einen freundlichen Preistrend. Durch die erste Schätzung der diesjährigen Kartoffelherbstbörse erhielt der Markt Unterstützung. Danach wird in diesem Jahr mit einer Gesamterntemenge von nur 9,8 Mio.t Speisekartoffeln gerechnet, nach 11,6 Mio.t im Vorjahr.

Mit dem sonnigen Wetter wurden in den zurückliegenden Tagen die Rodearbeiten der mittleren und späteren Sorten forciert. Die Arbeiten werden mit Hochdruck fortgesetzt, um das gute Wetter auszunutzen. Auch haben die Speisekartoffelbestände jetzt die für eine Einlagerung notwendige Reife erreicht. Die Qualitäten sind bislang als gut bis sehr gut zu bezeichnen. Zum Teil wird aber auf schwierigeren Flächen von einem Durchwuchsanteil von bis zu 15 Prozent berichtet. Die Erträge sind in Norddeutschland in diesem Jahr um 20 Prozent bis 30 Prozent je nach Region geringer als üblich. Mit der jetzt laufenden Haupternte stellt sich auch die Frage nach der Lagerfähigkeit der geernteten Knollen. Hier ist jetzt das Know-how der Erzeuger gefragt, die Qualitäten entsprechend zu sortieren und die Bestände durch eine frühzeitige Kaltbelüftung zu konservieren.

Interessanterweise hört man von Seiten der Verbraucher kaum einmal Klagen über zu hohe Kartoffelpreise, sondern wird eher mit Beschwerden über eine unzureichende Qualität konfrontiert. Die Angebotsverringerung hat an den Speisekartoffelmärkten in Verbindung mit einer für die Jahreszeit durchaus normalen Nachfrage zu einem Marktgleichgewicht geführt und damit das Preisniveau nach zwei schlechten Vermarktungsjahren wieder auf die gewünschte Höhe gebracht. Der Volksmund rät: Wer den letzten Tropfen aus der Kanne haben will, dem kann der Deckel schnell auf die Nase fallen. Dies heißt nichts anderes, als dass der Markt laufend ordentlich bedient werden muss und nicht versucht werden soll, immer das höchste Preisniveau zu erreichen. Die guten Preise sollten jetzt auch zu Teilabschlüssen genutzt werden. Sollten die Preise tatsächlich weiterhin steigen, bietet die Terminbörsen ausreichende Möglichkeiten, an diesen höheren Erlösen teilzuhaben.
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