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Brigitte Stein

zur Fruit Logistica

Dranbleiben

Die Internationale Messe für den Obst- und Gemüsehandel, die Fruit Logistica, zieht ein positives Fazit: „Stimmungshoch“. Die Aussteller präsentierten höchstes Qualitätsniveau und es strömten erneut mehr Besucher als im vorigen Jahr. Mehr als 42.000 Besucher aus 120 Ländern streiften über die 72.000 m2 große Ausstellungsfläche und informierten sich über das globale Produkt- und Dienstleistungsangebot. Die Fruit Logistica hat mit diesen Zahlen die Grüne Woche als Messe hinter sich gelassen. Doch was eigentlich noch wichtiger ist als die Größe der Zahlen: Anwesend waren auch die Top-Entscheider der Branche, Groß- und Einzelhandel, Importeure und Exporteure.

An dieser Messe führt somit auch für den Kartoffelhandel kein Weg mehr vorbei. Mehr als 160 Unternehmen listet der Messekatalog in der Rubrik „Speisekartoffeln“ auf. Hinzuzurechnen sind weitere Technik- und Logistik-Dienstleister, die anderen Rubriken zugeordnet sind. Der Berliner Kartoffelabend am Vorabend der Messe machte es möglich, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und Gespräche in zwanglosem Rahmen zu führen. Die große Teilnehmerzahl bestätigt das.

Doch dabei darf die Branche nicht stehen bleiben. Von der Dynamik der Messe kann und muss auch der Kartoffelhandel profitieren. Dazu bot das Rahmenprogramm der Fruit Logistica reichlich Anregungen und Signale. Die Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels machten keinen Hehl daraus, wie hart der Wettbewerb gegeneinander ist. Das Buhlen um die Gunst der Verbraucher findet derzeit an der Frischetheke statt. Hier versucht der Einzelhandel durch Aktionen Kompetenz und Glaubwürdigkeit zu zeigen. Das gilt auch für den klassischen Discount, der aktuell sein Sortiment enorm ausweitet. Das Frischesortiment hat im Einzelhandelsumsatz an Bedeutung gewonnen.

Daraus gilt es Nutzen zu ziehen. Das hat der Fruchthandel auf breiter Front erkannt. Im eigenen Interesse und mit dem Ziel einer höheren Wertschöpfung bietet er nicht nur seine Waren an, sondern ganze Erlebniswelten und Produkte fürs Image. Gestützt wird die Stimmung von der Gesundheitskampagne „Fünf am Tag“, von der die Kartoffel verhängnisvollerweise ausgeschlossen ist. Neben Werbegeldern zeigt auch die ideelle Unterstützung von Gesundheitspolitikern und -beratern positive Wirkung – zumindest auf das Selbstverständnis der Branche, die sich ohne Scheu mit den Gesellschaftstrends Convenience, Wellness und Genuss identifiziert. Hier sollte die Kartoffel den Anschluss nicht verpassen. Oft genug liegen die Knollen schon ganz am Rande der bunten Abteilung und machen einen denkbar unattraktiven Eindruck – von Erlebniswelt keine Spur. Die Präsentationen zur Fruit Logistica zeigen, dass es auch anders gehen könnte.
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