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Brigitte Stein

zum Gastronomie-Ranking

Erlebnis

Es ist die Zeit der Jahresbilanzen von 2006. Damit verbunden ist immer die Frage: Wer ist der Größte und wer ist der größte Gewinner? Im Lebensmitteleinzelhandel ist Edeka seit Jahren unangefochten die Nummer 1 und, weil 85,7 Prozent der Umsätze mit Lebensmitteln erzielt werden, auch der größte Lebensmittelhändler. Große Gewinner waren die Schwarz-Gruppe sowie die Aldi-Gruppe. Allerdings gibt es für die gesamte Branche kaum Grund zum Optimismus.

Viel besser stellt sich die Gastronomiebranche dar. Hier stehen die Zeichen auf Optimismus pur, wie die Branchenzeitschrift Food-Service meldet. Die großen Unternehmen erzielen ein Plus von 7,6 Prozent. Das ist die beste Entwicklung seit 1995. Spitzenreiter ist seit 1982 mit großem Abstand McDonald’s mit 2.573 Mio. € Umsatz im Jahr 2006, gefolgt von LSG Sky Chefs Deutschland GmbH mit 700 Mio. € Umsatz und Burger King mit 647 Mio. € Umsatz. Der größte Gewinner des Segments heißt mit einem Plus von 150 Mio. € ebenfalls Mc Donald’s.

Doch halt! Nicht zu pauschal gejubelt! Denn das gesamte deutsche Gaststättengewerbe erwirtschaftete ein Minus von 1,9 Prozent real und 0,7 Prozent nominal. Restaurants, Cafés und Kneipen bilden das traurigere Schlusslicht der Statistik. Da unter den Top-100 der Branche drei Unternehmen dreistellige und 40 Unternehmen zweistellige Plusraten melden, müssen am Tabellenende herbe Verluste regieren.

Da heißt es, die Gewinner zu kennen: 50 Prozent der Marktspitze entfallen auf Quickservice, 25 Prozent auf Verkehrsgastronomie. 8 Prozent gehören zur Handelsgastronomie, 7 Prozent zur Kategorie Fullservice, 6 Prozent zur Freizeitgastronomie und 5 Prozent zur Kategorie Event-Catering. Das größte Plus unter diesen Kategorien erzielte, geschoben von der Fußball-WM, das Event-Catering mit +40,9 Prozent, gefolgt von Freizeitgastronomie (+10,2 Prozent) und Quickservice (+8,1 Prozent).

An diese strahlenden Gewinner muss die Kartoffel den Anschluss halten, damit sie den Verbrauchern nicht aus dem Bewusstsein gerät. Sonst sind weitere Verzehrsrückgänge vorprogrammiert. Auch für alle weiteren Marketingüberlegungen kann man von der Gastronomie lernen: Gefragt sind vor allem Erlebnisse und Ereignisse.
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