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Jan Peters

zur Vertragsgestaltung

Neue Wege

Die Nachricht, dass es in vielen Teilen Mitteleuropas zu trocken und zu heiß ist und dadurch die Kartoffelernten 2007 geringer ausfallen könnten als bislang erwartet, hat wieder einmal zu Preissprüngen an den Terminmärkten geführt. Zunehmende Preisschwankungen machen es den Einkäufern bei den hiesigen Abpackbetrieben und Lebensmittelhändlern schwerer, immer den richtigen Zeitpunkt des Einkaufes zu finden bzw. den künftigen Marktverlauf richtig einzuschätzen. Immer mehr ist die glückliche Hand gefragt. Diese Situation fordert gerade dazu auf, bisherige Einkaufsgewohnheiten kritisch zu durchleuchten und nach neuen Wegen zu suchen.

Für den Lebensmitteleinzelhandel wird wegen des sehr starken Wettbewerbs die Gewinnspanne an der Ware „Speisekartoffeln“ zunehmend geringer. Mithilfe einer ausgeklügelten Logistik versucht man den verlorenen Gewinn wieder hereinzuholen. Lagern kostet Geld und auch für die Abpackbetriebe und Lebensmittelhändler gilt daher, möglichst wenig Kapital durch volle Läger zu binden. Dies erfordert einerseits einen sehr gezielten Einkauf und Bezug der Rohstoffe, aber auf der anderen Seite auch einen perfekt gesteuerten Abfluss der Fertigwaren aus den Betrieben. Nicht der letzte gesparte Euro beim Einkauf der Speisekartoffeln bringt die Gewinne, sondern heute wird vor allem an einer ausgefeilten Logistik verdient.

Im Einzelhandel zeigt sich auch, dass immer wieder neue Produkte in den Markt gebracht werden müssen, um neue Nachfrage anzuregen. Neue Produkte aus der Verarbeitung bedeuten meist auch neue Preise und bringen in den meisten Fällen auch bessere Gewinne. Dies ist beim Verkauf von Speisekartoffeln als einem Massenprodukt natürlich nur schwer möglich. Doch zeigt sich, dass oftmals durch die Einführung neuer Markennamen für eine bestimmte Qualität auch eine Abhebung gegenüber der anonymen Massenware möglich ist. Zudem verhilft die schnelle Erfüllung von Zertifizierungsnormen vielen Handelsbetrieben zu einer Verbesserung des Firmenansehens.

Für die Abpackbetriebe und Lebensmittelhändler ist auch die Absicherung an Warenterminbörsen ein Weg zur Risikominimierung. Ein anderer Weg wäre, beim Einkauf auch die vorgelagerte Stufe noch stärker als bisher mit einzubinden. In bestimmten Fällen ist zu überlegen, ob man durch eine kontinuierliche Versorgung über einen längeren Zeitraum den Erzeugern nicht zunehmend einen Mischpreis über das ganze Jahr sicherstellt. Marktschwankungen wären dann besser abzupuffern. Zum anderen ist so auch eine Just-in-time-Belieferung einfacher zu steuern. In der Vergangenheit haben auch kleinere Betriebe durch innovative Wege in speziellen Marktsegmenten eine große Leistungskraft unter Beweis gestellt.

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