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Horst Hermannsen

zum Frühkartoffelmarkt

Menge bremst Preis

Die Saison für Speisefrühkartoffeln hat eingesetzt. Insgesamt ist in diesem Jahr alles etwas zeitiger als sonst üblich – was den Preisen nicht unbedingt dienlich ist. Vereinzelt sind bereits die ersten Folienknollen aus deutscher Erzeugung zu finden. Diese Ware ist jedoch nur für den sofortigen Verzehr geeignet und kommt so gut wie nicht in den Handel. Marktbestimmend sind aktuell in erster Linie die importierten Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum. Als reichlich werden noch immer die Lieferungen aus Ägypten am hiesigen Markt bezeichnet. Die Qualität ist in aller Regel durchaus ansprechend. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in Ordnung“, versichert auch der Lebensmitteleinzelhandel.

Dies war bei den israelischen Herkünften nicht immer der Fall. Entsprechend zögerlich gestaltet sich zeitweise der Absatz. Selbst mit Preiszugeständnissen lassen sich bestimmte Partien nicht immer schlank absetzen. Mittlerweile gewinnen auch Speisefrühkartoffeln aus Spanien hierzulande ihre Freunde. Die ungünstigen Witterungsverhältnisse im April haben in Spanien zu einer deutlich spürbaren Vegetationsverzögerung geführt. Häufig wird von extremer Losschaligkeit berichtet. Auch hat die Stärkeeinlagerung unter den zeitweise recht niedrigen Temperaturen und reichlichen Niederschlägen auf der iberischen Halbinsel spürbar gelitten.

In Zypern haben die Erntearbeiten in diesen Tagen bereits ihren Höhepunkt überschritten. Die Erträge dürften knapp über dem Vorjahresniveau liegen. Das Angebot nimmt spürbar zu und geht über die anfänglichen LKW-Lieferungen hinaus. Die Offerten aus den Benelux-Staaten und Frankreich werden sich in der laufenden Kampagne in relativ engen Grenzen halten. Vor allem in Frankreich wurde in diesem Frühjahr die Anbaufläche für die frühen Reifegruppen eingeschränkt. Zudem soll es regional witterungsbedingt Ertragsausfälle geben.

Für die deutschen Frühkartoffelerzeuger kamen die Niederschläge offensichtlich gerade noch rechtzeitig. Die Wachstumsbedingungen haben sich während der vergangenen Wochen entscheidend verbessert: Experten erwarten eine durchschnittliche Frühkartoffelernte für ganz Deutschland. Dies aber verhindert in Verbindung mit dem reichlichen überregionalen Angebot preisliche Höhenflüge am Markt.

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