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Jan Peters

zur Kartoffelzüchtung bei Saka

Weichen gestellt

Veränderungen der Gesellschaftsverhältnisse ergeben sich bei der Saka Ragis Unternehmensgruppe. Zum 1. Juli 2007 hat die Familie von Kameke die Gesellschaftsanteile der KWS Saat AG, Einbeck, an dem Traditionsunternehmen im Bereich der Kartoffelzüchtung erworben. Darauf haben sich die beiden Hauptgesellschafter geeinigt.

Mit diesem Schritt bereitet die Führung unter Dr. Kartz von Kameke das Unternehmen auf die nächste Generation vor. Kartz von Kameke als Senior des Unternehmens leitet die Geschäfte nun schon seit 1985. Er betrachtet diese Entscheidung als Weichenstellung für das Unternehmen und die künftige Generation. Die Geschäfte der Saka Ragis werden künftig unter dem Namen Saka mit der dazu gehörenden Vertriebsorganisation Solana fortgeführt.

Für die Saka wird dies – gerade im Hinblick auf die Züchtung – wohl keine Konsequenzen haben. Saka will an die bisherigen Erfolge anknüpfen. Viele Züchterhäuser, die welt- oder europaweit erfolgreich agieren, sind eigentlich mittlere Familien- oder Inhabergeführte Unternehmen. Damit hat die deutsche Kartoffelzüchtung eine besondere Struktur. Vielleicht ist das auch das Geheimnis des Erfolges wie am Beispiel von Kameke über Jahrzehnte nun schon zu beobachten ist.

Saka wird weiter konsequent und intensiv am Züchtungsfortschritt arbeiten, nun aber ohne die KWS. Dennoch wird es keine komplette Trennung von der KWS „von Tisch und Bett“ geben. So hat die Zusammenarbeit mit der KWS im Bereich der Forschung bestens geklappt. Die Züchtung am Standort Windeby vor den Toren Eckernfördes wird wie gehabt weitergeführt werden.

Inhalt eines aktuellen Forschungsprojekts ist sicherlich, auch Sorten zu züchten, die gegen die Krautfäule resistent sind. Eine schwierige Aufgabe. Letztendlich ist die Züchtung ein Prozess mit vielen kleinen Schritten. Da gibt es nur selten einen echten Quantensprung. Gerade hier ist es sinnvoll, in verschiedenen Projekten eng mit der KWS zusammen zu arbeiten. Selbst heute, zu einer Zeit, in der dem Kartoffelanbauer zahlreiche Fungizide zur Bekämpfung zur Verfügung stehen, kommt es immer wieder, als Folge der Krautfäule zu Braunfäuleproblemen im Kartoffellager. Insofern scheint das Unternehmen, das derzeit auf eine über 100 Jahre währende Geschichte zurück blicken kann und aktuell in dritter Generation geführt wird, die Weichen für eine Fortführung der Geschäfte in vierter Generation gestellt zu haben.
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