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Brigitte Stein

zu Eurepgap

Folgerichtig

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sind ein Thema, das den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in Deutschland nachhaltig beschäftigt. Manchen Handelsketten dient die Diskussion darum sogar als Profilierungsinstrument. Einheitliche Anforderungen und ein gemeinsames Vorgehen herzustellen scheint unmöglich. In Gang kommen konnte die ausufernde Diskussion aber nur, weil gesetzliche Vorgaben national wie international nicht konsistent sind und deutliche Überschreitungen in der Obst- und Gemüsetheke aufgespürt wurden. Da ist der Wunsch des Einzelhandels nach einem konsequenten Monitoring naheliegend, um sich gegen künftige Angriffe zu wappnen. QS bietet diese Leistung an und – wie sich gezeigt hat – beherrschen nur wenige Untersuchungslabore dieses Handwerk.

Weil QS aber noch immer eine weitgehend deutsche Veranstaltung ist, war eine Forderung an die international agierenden Eurepgap-Organisatoren absehbar. Eurepgap ist als privatwirtschaftliches Qualitätssicherungssystem vor allem vom niederländischen Lebensmitteleinzelhandel ins Leben gerufen worden, um bei landwirtschaftlichen Produkten Sicherheit zu schaffen. Kürzlich kam bei einer Arbeitsgruppensitzung in den Niederlanden der Wunsch auf, Eurepgap solle auch in Sachen Pflanzenschutzmittelrückstände dem LEH den Rücken frei halten. Bislang hatte sich die Organisation darauf berufen, es gebe eben unterschiedliche nationale Regelungen, in die man nicht eingreifen wolle. Diese Position wird auf Dauer nicht zu halten sein. Denn weder dem Erzeuger in der Ferne noch dem deutschen oder niederländischen Händler ist geholfen, wenn jeder auf seine nationalen Regeln starrt. Im Sinne des weltweiten Handels nach einheitlichen Standards ist es nur folgerichtig, wenn in der nächsten Revision der Eurepgap-Standards auch Pflanzenschutzmittelrückstände eine Rolle spielen.
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