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Dagmar Behme

zu Aktivitäten in Baden-Württemberg

Kartoffelferien

Die Kartoffel begleitet die baden-württembergischen Sommerferien, die in der vergangenen Woche begonnen haben. Rührige Landwirtschaftsämter nutzen die Ferienzeit, um mit zahlreichen Aktivitäten für die Knolle zu werben. Dabei verbinden sie die Werbung für regionale und saisonale Produkte ihrer heimischen Erzeuger mit gezielter Ernährungsaufklärung.

Die Kartoffel vor die Linse nimmt das Landwirtschaftsamt Main-Tauber-Kreis in Bad Mergentheim. Mit einem Fotowettbewerb „Kartoffel vor die Kamera“ ist die Bevölkerung aufgerufen, das attraktive Äußere der stillen Schönheiten vom Acker aus dem richtigen Blickwinkel zu entdecken. Einsendeschluss ist der 1. September, sodass Hobbyfotografen die ganzen Sommerferien nutzen können, um die Kartoffel ins rechte Licht zu rücken. Den Rahmen für diese Aktion bildet die baden-württembergische Landesinitiative „Blickpunkt Ernährung“. Die Hoffnung der Veranstalter ist, dass neben der äußeren Erscheinung der Kartoffel auch ihren inneren Werten mehr Bedeutung zugemessen wird. Als gesundes, geschmackvolles und für eine ausgewogene Ernährung wichtiges Nahrungsmittel soll die Kartoffel wahrgenommen werden.

Die Kollegen aus dem Landwirtschaftsamt Biberach verbinden ihre Aktionen zur „tollen Knolle“ unmittelbar mit kulinarischen Genüssen. Vier Kartoffel anbauende Betriebe haben bereits Verbraucher eingeladen, damit sie die Kartoffel „mit allen Sinnen“ kennen lernen können.

In den Kinderferienprogrammen sollen nun zahlreiche Kochkurse die Kartoffel in den Topf, die Pfanne und den Ofen bringen. Für die Vielfalt der Kartoffeln, ob Sorte oder Zubereitung, sollen sich die Kinder begeistern. Damit das Gelernte anschließend nicht in Vergessenheit gerät, wird unmittelbar nach Schuljahresbeginn das Thema „Vom Acker bis zum Teller“ an Grund- und Realschulen vertieft. Regionale Lehrschauen ergänzen den praxisnahen Unterricht, in dem auch die Möglichkeit, eine Kartoffelernte auf einem Betrieb hautnah zu erleben, nicht fehlen darf.

Solche Aktionen sind keinesfalls nur als Marketing für den Kartoffelabsatz der Landwirte zu verstehen. Zunehmend gerät in das Blickfeld, dass Kinder in Deutschland häufig fehlernährt sind und in den Familien oft der Zugang zu fundiertem Ernährungswissen fehlt. Deswegen lohnt es sich, die Kartoffel als gesundes Lebensmittel im Bewusstsein der Kleinen zu verankern. Attraktive Porträtfotos von schönen Knollen können dafür den richtigen Blick noch schärfen.
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