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Cäcilie Daus-Speicher

zur Pfälzer Frühkartoffelkampagne

Passabel

Das offizielle Ende der Frühkartoffelsaison 2007 naht. Die Kampagne ist für Erzeuger und Vermarkter in der Pfalz, als frühestem und wichtigstem Frühkartoffelgebiet in Deutschland, recht passabel gelaufen. Erstaunlich, dass dies nach der Spitzensaison 2006 möglich war.

Die Erlöse dürften sich in der Pfalz 2007 auf 22 bis 23 Mio. € addieren. Nach den 32 Mio. €, die 2006 auf den Höfen der etwa 400 pfälzischen Frühkartoffelerzeuger verblieben, zählt 2007 jedoch allenfalls zu den Durchschnittsjahren. Berücksichtigt man noch die enorme Erhöhung der Betriebskosten wie etwa für Pflanzgut, Diesel, für die Beregnung und die Mehrwertsteuer, ist das Ergebnis für die Erzeuger unterm Strich doch eher ernüchternd. Und dennoch: 2007 ist ein Jahr besonderer Couleur. Erstmals, so scheint es, wird der Qualität die Position eingeräumt, die ihr eigentlich schon lange gebührt. Damit werden kaufmännisches Denken und unerschrockener Weitblick belohnt. Und es bewahrheitet sich, dass keinem der Marktbeteiligten gedient ist, wenn Frühkartoffeln zu Niedrigpreisen verscherbelt werden. Auch die Erkenntnis, dass eine schlechte Qualität immer der Anfang vom Ende einer gewinnbringenden oder wenigstens kostendeckenden Frühkartoffelkampagne ist, scheint nun durchgedrungen zu sein, wenn auch stärker bei den Vermarktern als bei den Erzeugern.

Die Dienstleister haben erkannt, dass es einfacher ist, mit einem Artikel, der nicht unter Preisdruck steht, Geld zu verdienen. Mehr noch – und das ist das Entscheidende: Dem über Jahre etablierten Jojo-Effekt, gespeist durch die alljährliche Praxis „Heute ist die Pfalz billiger, morgen Niedersachsen und übermorgen das Rheinland“, kann Einhalt geboten werden.

Das hat die Frühkartoffelkampagne 2007 auf jeden Fall deutlich gemacht: Querschießer und Außenseiter, die sich über den Preis zu Lasten der Qualität und zu Lasten der Erzeuger Marktanteile sichern wollten, hatten das Nachsehen. Ihnen wurde auf Heller und Pfennig klargemacht, dass mit der vagen Annahme eines Preisverfalls und dem Einsatz von überschüssiger Industrieware kein Geschäft zu machen ist – es sei denn, ein Verlustgeschäft. Und das ist gut so.
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