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Jan Peters

zur Preisstimmung

Positiv

Am Markt für Speisekartoffeln herrscht auf der Anbieterseite bundesweit eine positive Grundstimmung. Die Preise bewegen sich zwar leicht nach unten, dennoch hoffen Erzeuger wie Handel, dass die Kurse angesichts der sehr ungünstigen Rodebedingungen bald eine anhaltende Stabilität zeigen werden. Diese Hoffnung bleibt auch trotz der nicht zu übersehenden Preisabschwächung bestehen. Für die leicht rückläufige Preistendenz war sowohl das zunehmende Angebot aus den provisorischen Lägern der Erzeugerstufe als auch die verhaltene Nachfrage verantwortlich.

Der Optimismus der am Kartoffelmarkt Beteiligten basiert darauf, dass in diesem Jahr im osteuropäischen Ausland niedrigere Ernten erwartet werden. Dann wären umfangreiche Exporte möglich. Derzeit wird bereits eine Nachfragebelebung beobachtet. Größere Mengen an Speisekartoffeln konnten bereits in die osteuropäischen Länder abgesetzt werden. Die Lagerbestände des Handels sind zu Beginn der Bevorratungsaktionen nicht groß und auch aus der Erzeugerstufe wird Ware nach wie vor nicht drängend angeboten. Hier und da forcierte Verkäufe von Partien, die in ihrer Lagerfähigkeit beeinträchtigt sind, üben jetzt jedenfalls keinen erkennbaren Druck auf den Gesamtmarkt aus. Die Kurse für Speisekartoffeln dürften daher fest bleiben. Von den Lebensmitteldiscountern werden besonders bei den Kleinpackungen an Speisekartoffeln für die kommenden Wochen deutliche Nachfrageimpulse erwartet.

Die Rodebedingungen stellen sich in den vergangenen Tagen in Norddeutschland recht ungünstig dar. Es wird überwiegend nur für den Bedarf gerodet. In vielen Regionen, besonders an der Westküste Schleswig-Holsteins, sind die Böden nicht befahrbar, denn wiederholte Niederschläge durchnässen die Böden. Um das Angebot an den Märkten zu entzerren, müssten jetzt erste, qualitativ einwandfreie Partien unter trockeneren Bedingungen gerodet werden und in Dauerläger eingelagert werden. Die Erträge in Norddeutschland fallen nach Bekunden vieler Marktbeteiligter durchschnittlich aus, es bleibt abzuwarten, wie hoch die Absortierungen sein werden. Viele Bestände haben in diesem Jahr auf Grund des nassen Sommers und der Bräunfäule und des Erwinia-Befalls gelitten.

Aus heutiger Sicht kann man in diesem Jahr mit größeren Preisdifferenzierungen je nach Sortierung rechnen. Zumindest in Nord- und Westdeutschland scheinen Übergrößen nicht so reichlich. Die Erzeuger sollten die Märkte weiterhin kontinuierlich versorgen. Eine alte Händlerweisheit besagt, dass gute Ernten auch hohe Preise bringen werden – ein weiteres Argument dafür, dass am Markt für Kartoffeln die preissteigernden Gründe momentan die Oberhand haben.
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