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Kooperation

Von Dietrich Baumann, Erfurt

Eine Elefantenhochzeit findet nicht statt und auch keine Fusion. Unbeachtet wird das Ereignis aber keinesfalls bleiben. Es könnte in der Branche sogar Maßstäbe setzen. Nach monatelanger Beratungsphase beschlossen der Vorstand des Sächsischen Qualitätskartoffelverbandes e.V. und der Beirat des Erzeugnisverbandes Thüringer Qualitätskartoffeln Thükav e.V. einen Kooperationsvertrag. Er kam nicht von ungefähr.

Beide Verbände zeichnen sich durch viele Gemeinsamkeiten aus. Zu ihren Mitgliedern zählen gleichermaßen Speise- und Pflanzkartoffelerzeuger, VO-Firmen, Abpacker und Verarbeiter. Sowohl in Sachsen als auch in Thüringen bewährt sich seit Jahren das "geschlossene System". Es stellt die Verbindung mit den Zuchtbetrieben her und sichert den Beteiligten Kostenvorteile, längerfristige Planung der Vermehrungsvorhaben und mehr Sicherheit beim Pflanzgutabsatz. Unverkennbar ist in beiden Bundesländern auch das Bemühen der Erzeuger und Erzeugergemeinschaften und der aufnehmenden Hand um stabile Vertragsbeziehungen.

Auch die Probleme gleichen sich. Da ist beispielsweise das gravierende Schrumpfen der Anbaufläche nach der Wende und da ist der Kampf um Marktanteile und gegen Dumpingpreise, der auch untereinander ausgetragen wird.

Wie wird die Kooperation aussehen? Laut Vertrag wollen sich beide Verbände gegenseitig über ihre Sortimentsstrategien informieren und auf dieser Basis die Pflanzguterzeugung gemeinsam mit den Züchtern und VO-Firmen steuern. Auch sollen gemeinsame Preisempfehlungen entsprechend der Marktlage gegeben werden. Im Konsens will man kartellrechtliche Möglichkeiten und das Marktstrukturgesetz zum beiderseitigen Vorteil nutzen. Breiten Raum widmet der Vertrag dem Erfahrungsaustausch. Genannt werden in dieser Sache unter anderem Vertriebslogistik, Qualitätsmanagement-Systeme und knollenschonende Ernte- und Aufbereitungsverfahren. Auch die Nutzung von wissenschaftlichen Ressourcen der thüringischen und sächsischen Landesanstalten für Landwirtschaft wird in die gemeinsame Strategie einbezogen.

Mit einer Stimme wollen die beiden Verbände jetzt auf regionalen und überregionalen Veranstaltungen auftreten. Den Startschuss für das Kalenderjahr gibt zukünftig eine sächsisch-thüringische Pflanzkartoffelbörse, eine gemeinsame Fachtagung zum Austausch neuester wissenschaftlich-technischer Erkenntnisse schließt sich im Jahresverlauf an. Auch über Aktivitäten auf internationaler Ebene will man sich gegenseitig informieren. Der Vertrag wird so gut sein, wie wir ihn gemeinsam umsetzen, betonen die Verantwortlichen beider Verbände. Stimmt ! Aber schließlich ist man sich ja nicht fremd.
 
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