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Im Angebot

Von Brigitte Stein, Frankfurt a.M.

Guter Rat ist teuer." Dieses Sprichwort besitzt in Zeiten des Internet nur noch eingeschränkte Gültigkeit. Für den Kartoffelanbau derzeit wohl interessantestes Beispiel ist die Beratung zur Phytophthora-Bekämpfung. Hierfür bieten die Pflanzenschutzdienste der Länder in Gemeinschaftsarbeit unter -www.phytophthora.de ihren Rat an. In recht feiner geographischer Auffächerung kann der Nutzer die Beratungsstelle in seiner Nähe auswählen. Geboten wird dann eine Vorhersage über den aktuellen Befallsdruck, ob bereits eine Erstbehandlung nötig ist, und in welchen Abständen eine Folgebehandlung gegen den Schimmelpilz erfolgen muss. Darunter wird ein Kommentar und eine konkrete Empfehlung der Pflanzenschutzberatung geboten.

Die Vorhersagen beruhen auf Daten des Deutschen Wetterdienstes und der Wetterstationen der Pflanzenschutzdienste der Länder. Hinzu kommen noch die Beobachtungen der regionalen Pflanzenschutzberater. Damit ist eine recht breite Basis für das verwendete Prognosemodell Simphyt gegeben.

Auf dem gleichen Prognosemodell beruht die Beratung nach dem Phytophthora-Modell Weihenstephan, die unter -www.zeneca.de abgerufen werden kann. Hier liefern allerdings allein die Stationen des Deutschen Wetterdienstes die Berechnungsbasis für den Befallsdruck. Dafür werden die Angaben ergänzt mit Beobachtungen von ausgewählten und geschulten Landwirten in den Regionen. Allerdings enthält sich diese Version jedes Kommentars und jeder Empfehlung. Die Landwirte seien kompetent genug, das passende Fungizid auszuwählen, lautet die Erklärung. Erstaunlich ist beim direkten Vergleich der beiden Beratungsprogramme, denen das gleiche Prognosemodell zu Grunde liegt, dass der Befallsdruck mitunter verschieden eingestuft wird. Diese Differenzen spiegeln die kleinräumig unterschiedlichen Wetterbeoachtungen wider: Schließlich sind die Wetterstationen der Pflanzenschutzberatungen an anderen Orten gelegen als jene des Deutschen Wetterdienstes.

Schließlich bleibt noch die Phytophthora-Beratung in Agro Online zu erwähnen, die auf einem Prognosemodell der Pro-Plant GmbH, Münster, basiert. Hier ist nur eine großräumige geographische Unterteilung geboten. Doch wird der Blick in der ausgiebigen Erläuterung mitunter auch recht regional. Klare Vorschläge zur Behandlung nehmen hier breiten Raum ein und können bei der Entscheidung helfen.

Natürlich bleibt letztlich dem Landwirt die Entscheidung nicht erspart, wann er mit welchem Fungizid gegen die Phytophthora vorgeht, die in den Niederlanden ja schon fast zum nationalen Problem avanciert ist. Ein Blick in die Beratungsprogramme kann dabei nicht schaden, zumal Dr. Benno Kleinhenz von der Zentralstelle der Pflanzenschutzdienste für EDV-gestützte Entscheidungshilfen, Mainz, berichtet, dass sich mit Hilfe des Prognosesystems im langjährigen Durchschnitt sogar zwei Behandlungen einsparen lassen. Da ist guter Rat sogar noch gut fürs Portemonnaie.
 
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