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Bestätigt

Von Gisela Haas, Berlin

Die Befürchtungen der niedersächsischen Frühkartoffel- und Beregnungsverbände haben sich schneller bestätigt als gedacht. Schon zu Jahresbeginn 2000, als noch keiner die ungewöhnliche Trockenheit des Frühjahres im Nordosten ahnen konnte, wiesen die Vertreter der Heidebauern auf die Bedrohung ihrer Betriebe hin, die von der Kostensteigerung für Agrardiesel für ihre Beregnungsanlagen ausgehen könne. Wenige Monate später sind die Beregnungsmaschinen pausenlos im Einsatz, um insbesondere Frühkartoffeln, Zuckerrüben und Braugerste vor Schäden in Ertrag und Qualität zu schützen. Der gewünschte Erfolg ist bei sechs- bis siebenmaliger Bewässerung der Kartoffelbestände nicht ausgeblieben - immerhin werden von den leichten Heideböden derzeit häufig 350 bis 450 dt/ha gerodet. Auch die Qualität hat in vielen Fällen nicht gelitten: die Knollen weisen eine normale Größenverteilung auf und sind frei von Schorf.

Zum Nulltarif wurden diese Ergebnisse allerdings nicht erreicht, vielmehr beziffert Frühkartoffelanbauer Ottfried Thieleking seine Beregnungskosten auf 750 DM/ha. Die Rentabilitätsgrenze sei erst mit einem Ertrag von 400 dt/ha erreicht, denn unbeeinflusst von den steigenden Kosten sind die Erlöse für das Gros der losen runden Kartoffelpartien inzwischen auf 17 DM/dt ab Hof gefallen. Die Überlegung, auf die Beregnung zu verzichten, stellen die niedersächsischen Heidebauern trotz der schwierigen Situation nicht an. Ihre langjährige Markterfahrung hat sie gelehrt, dass sie damit auch auf Marktanteile verzichten würden. Diese in den nächsten Jahren erneut zu erobern, wäre schwieriger und noch teurer als die diesjährige Beregnung. Daher laufen in der Heide mit Hochdruck nicht nur Beregnungsmaschinen, sondern auch Verhandlungen mit Energieversorgern und dem Landwirtschaftsministerium: eine möglichst günstige Umstellung auf elektrisch betriebene Anlagen muss geplant werden, während die Trockenheit die Kartoffeln und die Deckungsbeiträge bedroht.
 
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