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Starthilfe

Von Brigitte Stein, Frankfurt a. M.

"Eine erfolgreiche Frühkartoffelkampagne ist ein guter Start für die gesamte Kartoffel-Vermarktungssaison." Aus dieser Binsenweisheit Konsequenzen zu ziehen, wird immer wieder von Frühkartoffelerzeugern und Vermarktern gefordert. Konsequent tut dies derzeit die britische Kartoffel-organi-sation BPC: Sie investiert jede Menge Energie in die Werbung für britische Frühkartoffeln und bereitet damit den Boden für ein größeres Verbraucherinteresse an jeglicher Art Kartoffeln aus Großbritannien.

Dabei machen sich die britischen Kartoffelwerbefachleute zu Nutze, dass Kinder immer mehr Einfluss bei täglichen Einkaufsentscheidungen nehmen. "Britannien ist kostenlos für Kinder, mit britischen Frühkartoffeln", so lautet der Slogan - und zu jeder Packung Frühkartoffeln gibt es einen Gutschein. Kinder kommen damit kostenlos in Freizeitparks, Schwimmbäder oder Restaurants: Freizeitspaß - mit Frühkartoffeln, kein vernünftiges Argument spricht dagegen. Eigentlich kein Wunder, dass die Kampagne, die sich seit dem 12. Juni an die Verbraucher wendet, bereits im Vorfeld erfolgreich war. So haben neun große Supermarktketten und 200 unabhängige Einzelhändler ihre Unterstützung nicht nur zugesagt, sondern auch Regalplatz für britische Frühkartoffeln frei gemacht. Begleitet wird die Aktion zudem durch Werbung in den Medien und mit einem Doppeldecker-Aktions-Bus. Er fährt durch die Lande und leistet schlichte Aufklärungsarbeit. Mehr als die Hälfte der britischen Kinder, die sich im Aktions-Bus informieren ließen, wussten zuvor weder, dass Kartoffeln unter der Erde wachsen, noch den besonderen Wert von Frühkartoffeln zu schätzen.

Nun sind diese Kinder schlauer. Ihre Eltern werden es wohl ebenfalls erfahren. Die Aktion half jedenfalls den Frühkartoffeln aus den Regalen in die Einkaufskörbe. 90.000 Gutscheine wurden inzwischen eingelöst und täglich werden es mehr, freuen sich die Kampagne-Manager beim BPC. Die Aktion endet am 12. September, dann wird eine Bilanz dieser britischen Frühkartoffelkampagne möglich sein. Doch vermutlich sind die Folgen durchaus langfristiger. Womöglich reichen sie sogar über die diesjährige Vermarktungssaison hinaus, in der die Frühkartoffelimporte nach Großbritannien zum 7. Juli mit 191.000 t deutlich hinter der Vorjahresmenge von 242.000 t zurücklagen.

Damit wäre diese Werbekampagne, die zunächst die Kinder anspricht, nicht nur ein Erfolg für die Frühkartoffeln, sondern ein Grundstein für die gesamte Saison, möglicherweise sogar eine Investition auf Dauer. Denn Kinder beeinflussen nicht nur die Familieneinkäufe, sie sind die Verbraucher der Zukunft. Das gilt nicht nur in Großbritannien.


 
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