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Ende gut

Von Gisela Haas, Berlin

Für die Stärkekartoffelerzeuger Mecklenburg-Vorpommerns, deren Kartoffeln bis 1998/99 in der Stärkefabrik in Loitz verarbeitet wurden, hat die zweite Kampagne der Belieferung des Werkes Kyritz begonnen. Sowohl das Loitzer als auch das Kyritzer Werk gehören zu der Emsland-Stärke, Emlichheim. Die Enttäuschungen wegen der jahrelangen vergeblichen Bemühungen für die Erhaltung des Standortes Loitz sind in Mecklenburg-Vorpommern zwar noch nicht vergessen, inzwischen konnten jedoch recht erfreuliche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Kyritzer Betriebsleitung gesammelt werden. Die erste Kampagne hat insgesamt einen guten Eindruck hinterlassen und man ist in Mecklenburg-Vorpommern zuversichtlich, dass dieser von der zweiten nicht beeinträchtigt werden wird. Wenn die getroffenen Vereinbarungen zwischen der Emsland-Stärke und der Erzeugergemeinschaft der Stärkekartoffelerzeuger Loitz in bisheriger Weise eingehalten werden, werden sich die Loitzer auch im Sommer 2001 positiv über diese Zusammenarbeit äußern können.

Völlig übereinstimmen die Zielsetzungen der Erzeugergemeinschaft und der Fabrik allerdings noch nicht: Am Rande einer Veranstaltung der norddeutschen Saat- und Pflanzgut AG ließ der Betriebleiter in Kyritz, Michael Schonert, einfließen, dass in diesem Jahr einige Lieferrechte von Mecklenburg-Vorpommern für Lieferanten in der Umgebung von Kyritz frei werden könnten. Gleichzeitig kämpft die Erzeugergemeinschaft im Norden darum, dass von den Landwirten weitere Flächen für den Stärkekartoffelanbau genutzt werden, um die vorhandenen Lieferrechte zu sichern. Damit ist aus der Sicht der Stärkekartoffelerzeuger Mecklenburg-Vorpommerns bisher kurz - aber noch nicht längerfristig entschieden - ob hinter "Ende gut" ein Fragezeichen oder das übliche "Alles gut" folgen sollte.

Für die Emsland-Stärke lässt sich die Situation schon jetzt eindeutig beurteilen: Gegenüber der Lage vor zwei bis drei Jahren ist eine deutliche Verbesserung eingetreten - genau wie auf dem Markt für Stärkekartoffeln. Und falls zukünftig der alte Plan einer weiteren Konzentration der Kartoffelstärkeproduktion auf Kyritz neu aufgelegt werden sollte, dann würde ein gutes Image des Kyritzer Werkes als zuverlässiger Marktpartner auch für in entferntere Regionen produzierende Stärkekartoffelanbauer sicher nicht schaden. Derzeit herrscht zu diesem Thema allerdings Funkstille.
 
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