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Vorbild Ufop

Von Dietrich Baumann, Erfurt

Was ist der Unterschied zwischen Ufop und Unika? Die Ufop (Union zur Förderung der Oel- und Proteinpflanzen) gibt es schon. Die Unika soll erst gegründet werden und zwar als Nachfolgerin der Bundesvereinigung der Deutschen Kartoffelwirtschaft (BDK). In ihre Fußstapfen wird sie aber nicht treten. Sie sieht ihr Vorbild in den Prinzipien der Ufop. Von der BDK gehen keine Impulse mehr aus, hieß es auf dem Seminar der Frühkartoffel-Erzeugergemeinschaften Mitte Januar im sächsischen Weidensdorf. Es fielen harte Worte über die Situation der Kartoffelwirtschaft. Von einer katastrophalen Lage war da die Rede, von Kartoffelbergen, von nutzlosem Lamentieren, vom Kampf gegen Windmühlenflügel und von neuen Herausforderungen. In die dunklen Wolken über dem BDK waren unlängst zwei Blitze gezuckt: Der Zentralverband des Deutschen Kartoffelhandels und der Deutsche Raiffeisenverband - beide ganz wichtige und finanzkräftige Partner - legten ihre Mitgliedsbücher auf den Tisch. Das Tischtuch ganz zerschneiden wollten sie jedoch nicht. Mit dem Austritt sollte Druck gemacht werden, hieß es. Einer sinnvollen Neuformierung würde man die Geburtshilfe nicht verweigern.

Die heftige Diskussion über das Thema pro Unika, contra BDK endete in Weidensdorf in seltener Gemeinsamkeit. Alle sprachen sich für die Unika aus. Es war wohl der Gedanke, dass etwas ganz gravierendes passieren muss in Sachen Knolle und dass die BDK der neuen Herausforderungen nicht mehr Herr wird. Neuer Name, neues Glück? Das wird die Zukunft zeigen müssen, denn noch gibt es sie ja gar nicht, die Unika. Was sie will, wurde allerdings bekannt. Sie sieht sich als Dach für Züchter, Erzeuger, Vermarkter und Verarbeiter und auch für Einrichtungen, die im weiteren Sinne mit der Kartoffel zu tun haben. Sie will ein System für deutsche Qualitätskartoffeln erarbeiten, in Zusammenarbeit mit der CMA Imageverbesserung und Absatzförderung betreiben, einen einheitlichen Internetauftritt für die Kartoffelwirtschaft aufbauen und sich um die Verbesserung der phytosanitären Situation im Kartoffelanbau bemühen. Dazu wird auch die Organisation von Hilfe für solche Betriebe gehören, deren Existenz nach dem Auftreten von Quarantänekrankheiten auf der Kippe steht. Eine weitere Aufgabe sieht die Unika in der Förderung und Koordinierung von Forschungsvorhaben und Versuchsanstellungen. Hier geht es beispielsweise um das Kaufverhalten der Verbraucher ebenso, wie um das Thema nachwachsende Rohstoffe oder Optimierung der Produktionstechnik. Ein weiterer Bereich wird sich darum bemühen, die Öffentlichkeit über Gentechnik und Zukunftstechnologien zu informieren - heutzutage ein ganz wichtiger Punkt.

Zur Finanzierung des Ganzen haben die Macher schon ganz konkrete und auch umsetzbare Vorstellungen. Es gab jedenfalls keine Widerrede, als diese Vorschläge auf den Tisch kamen. Entscheidend für das Wohl und Wehe der Unika wird sein, ob sich alle Angesprochenen in ihren Dienst stellen werden. Die Diskussion hat begonnen, sie darf aber auch nicht endlos werden. Denn die deutsche Kartoffelwirtschaft steht vor einem Berg von Sorgen. Der baut sich nicht von allein ab.
 
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