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Kompetenz
Von Gisela Haas, Berlin

Im Wendland kam Ende vergangener Woche ein umfangreicher Kreis alter und zuverlässiger Kartoffelfreunde zusammen, um auch über Möglichkeiten zu beraten, neue oder unsicher gewordene Kartoffelfreunde zu gewinnen oder zu halten. Zwei schwierige Jahre in der Kartoffelvermarktung - und die Befürchtungen auf ein weiteres - haben wirtschaftliche Probleme zugespitzt, so dass der richtige Zeitpunkt für die Diskussion des von den Initiatoren schon seit etwa einem Jahr angedachten Kartoffelkompetenzzentrums gekommen ist.

In der Runde der versammelten Kartoffelfreunde saßen nicht nur die zu erwartenden Landwirte, Züchter, Händler und Verarbeiter, sondern auch ein Regionalentwickler. Damit könnte in die Förderung der arbeitsintensiven Kartoffel ein relativ neuer Aspekt der Agrarpolitik einfließen, nämlich die Betonung des ländlichen Raumes. Die dadurch einzubeziehenden Impulse sind einerseits noch so neu, dass sie in bisherige Projekte nicht eingeflossen sind. Andererseits ist die Ausrichtung der Agrarpolitik auf die zweite Säule "Ländlicher Raum" schon so weit fortgeschritten, dass für die praktische Arbeit auf sie vertraut werden kann. Jüngere Ideen sollen auch in Absatzstrategien einfließen, genannt werden eine transparente Vermarktung vom Acker bis zur Ladentheke.

Besonders kreativ werden müsste das Kartoffelkompetenzzentrum beim Gewinnen oder Halten neuer oder unsicher gewordener Kartoffelfreunde - die Rede ist vom erfolgsentscheidenden Verbraucher. Dieser früher selbstverständlich zu den Kartoffelfreunden gehörende Marktpartner wird untreu, er schränkt seinen Frischverzehr immer weiter ein. Damit legt er den Grundstein für die Probleme der Kartoffelerzeuger in der Lüneburger Heide, für die der Speisekartoffelabsatz, trotz vorhandener alternativer Verwertungsmöglichkeiten, die wichtigste Einnamequelle des Betriebszweigs Kartoffel ist.

Auf die Anregungen der neuen deutschen Agrarpolitik zum Thema Verbraucherorientierung sollten die Niedersachsen allerdings besser nicht vertrauen, diese sind noch zu jung und haben ihre praktische Bewährung noch nicht bewiesen. Wer die Verbraucher vom Fast Food wegorientieren will, benötigt sicher nicht nur ein Kompetenzzentrum. Aber vielleicht greift Renate Künast diese Idee ja auf, Kompetenz dürfte nie schaden.


 
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