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Zaghafter Start

Von Gisela Haas, Berlin

Der Start in die deutsche Frühkartoffelsaison erfolgt in Niedersachsen selbst mit relativ kleinen Mengen um rund eine Woche verspätet gegenüber dem frühen Vorjahr. Damit hinkt die nördliche Frühkartoffelregion jedoch keineswegs dem Süden hinterher - vielmehr liegt sie an der Spitze. Denn die Pfalz kann noch weniger in einem nennenswerten Umfang zur deutschen Marktversorgung beitragen. Die Risikobereitschaft der Uetzer und Burgdorfer Landwirte, die schon Mitte Februar unter speziellen Folien auspflanzten, ermöglicht in Niedersachsen einen um gut ein Woche vorgezogenen Erntebeginn. Der Spargel muss dennoch von den meisten Verbrauchern gemeinsam mit Importen oder Kartoffeln vom Herbst 2000 genossen werden, obwohl auch die weißen Stangen keinen Frühstart vorlegten. An dieser Situation wird sich zumindest im laufenden Monat und vermutlich bis nach Pfingsten wenig ändern. Erst ab Anfang der zweiten Juni-Dekade wird von Abpackunternehmen mit umfangreicheren Anlieferungen gerechnet. Dann dürfte die deutsche Nachfrage kaum noch durch importierte Ware ausreichend versorgt werden können. Schon jetzt weisen die festen Tendenzen und das in den vergangenen Wochen deutlich angehobene Preisniveau auf eine sich abzeichnende Versorgungslücke hin. Damit dürfte sich die schon beim Auspflanzen geäußerte Erwartung erfüllen, die deutschen Frühkartoffeln könnten in ihrer Hauptsaison auf wenige Wettbewerber treffen. Der Markt wird somit das hier zur Verfügung stehende Angebot zügig und zu höheren Preisen als in 2000 aufnehmen - und die Basis schaffen für einen weniger ruinösen Kartoffelmarkt als im vorigen Herbst und Winter. Doch das liegt noch in ferner Zukunft.

Zunächst gilt: Das uneingeschränkte Festhalten an der Frühkartoffel dürfte sich als richtige Entscheidung der niedersächsischen Landwirte erweisen. Mit hohen Preisen von schätzungsweise 120 DM/dt wird die Risikobereitschaft jener Bauern belohnt, die schon Mitte Februar abgetrocknete Böden zur Pflanzung nutzten. Da nachfragebedingt früh gerodete Bestände keinen Mengenzuwachs mehr produzieren, tragen sie zudem zur Stabilität des gesamten deutschen Frühkartoffelmarktes bei. Das Gleiche gilt für die anhaltend kalten Nächte. Kartoffeln zu Schleuderpreisen laufen mit den letzten alterntigen Partien aus. Wohl nicht für immer - aber zumindest für die nächsten Wochen und Monate.


 
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