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Stabil

Von Horst Hermannsen, München

In diesen Tagen wird die Vermarktung alterntiger Speisekartoffeln beendet. Das Geschäft war bis zuletzt keine einfache Aufgabe für die Beteiligten. Immerhin führte im vergangenen Herbst eine gewaltige Erntemenge von 13,2 Mio. t in ganz Deutschland zu einem Überangebot in nahezu allen Bereichen. Regional und zeitweise ließen die erzielbaren Erlöse für Landwirtschaft und Handel kaum eine vernünftige Rechnung zu. Ungewöhnlich frühzeitig, nämlich Ende des letzten und Anfang des laufenden Kalenderjahres, kamen dann bereits die ersten Frühkartoffellieferungen auf den hiesigen Markt - vor allem aus Israel, später aus Ägypten. Zunächst hatte es den Anschein, als würde das Angebot an importierten Speisefrühkartoffeln reichlich ausfallen. Die tatsächlichen Verhältnisse entwickelten sich aber dann doch anders. Syrien und Tunesien lieferten geringere Mengen als üblich. Die Angebote aus Marokko erreichten bereits in der ersten Februarwoche ihren Höhepunkt. Auch von dort waren die Einfuhrmengen insgesamt eher knapp bemessen. In letzter Zeit wurde immer deutlicher, dass die Anlieferungen von importierten Speisefrühkartoffeln insgesamt bescheiden ausfallen werden. Dazu trägt auch ein abermaliger Fall von Bakterienringfäule in Ägypten bei. Es besteht wieder ein Importverbot. Aktuell dominieren italienische Herkünfte am Markt. Wegen der Witterung kommen die Lieferungen aus Spanien verzögert in Gang. Die Importe aus Zypern sind in vollem Gange. Die Suche nach weiteren Frühkartoffellieferanten war bislang ohne großen Erfolg. Dies alles hat inzwischen zu recht stabilen Preisen auf jeder Stufe geführt. An dieser grundsätzlich festen Tendenz dürfte sich auch so rasch nichts ändern.

Die Aussichten für die künftige Vermarktung von deutschen Speisefrühkartoffeln sind also vor diesem Hintergrund nicht schlecht. Zumal die Importsaison für Herkünfte aus den verschiedenen Produktionsregionen des Mittelmeerraumes diesmal frühzeitiger beendet sein wird. Davon gehen jedenfalls die international tätigen Handelsfirmen aus. Damit ist ein stabiler Marktverlauf für die deutsche Ernte in Sicht. Die zum Teil verzögerte Pflanzung in Verbindung mit den unbefriedigenden Witterungsverhältnissen in diesem Frühjahr könnte zu einem etwas späteren Rodebeginn führen. Überschneidungen mit Importen wird es zwar geben, doch fallen sie mengenmäßig eventuell weniger ins Gewicht. Bei guter Qualität und kontinuierlicher Marktversorgung können auch die hiesigen Landwirte und Händler von der freundlichen Grundtendenz profitieren.

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