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Umdenken

Von Jan Peters, Hamburg

Es ist nicht neu, dass landwirtschaftliche Erzeuger sich zu Vermarktungseinheiten zusammenschließen und den direkten Weg über den Lebensmitteleinzelhandel zum Verbraucher suchen. Dass dies jedoch auch unerwartete finanzielle Risiken und Aufwendungen mit sich bringen kann, haben einige Vermarktungsgemeinschaften in den vergangenen Wochen erlebt. Große Lebensmitteleinzelhändler versuchen vermehrt die hohen Kosten für Werbung und Vertrieb über die Vorlieferanten hereinzuholen. Um im Geschäft zu bleiben, sind die Lieferanten gezwungen, sich an den Kosten zu beteiligen. Bei Neuverhandlungen versuchten die Einkäufer des Lebensmittelhandels, die Preise zu drücken. Die Preisvorstellungen lagen so niedrig, dass zwei Lieferanten ihre Kosten nicht mehr decken konnten. Sie mussten aus diesem Geschäft schließlich aussteigen. Für Werbung hatten die beiden Lieferanten zuvor hohe Vorleistungen getätigt, die sich nun nicht auszahlen. Dieses Verhalten des Lebensmitteleinzelhandels sollte für neue Anbieter ein Warnsignal sein.

Viele Firmeninsolvenzen belegen, dass das Verlangen und der Zwang nach Neuorientierung und Bündelung der Kräfte stärker denn je ist. Klassische Kartoffelhandelsbetriebe spüren sinkende Umsätze und Spannen, weil viele Erzeuger frühere Dienstleistungen bei der Aufbereitung und Vermarktung zunehmend selbst übernehmen. Dies führt im Markt zu immer härteren Wettbewerbsbedingungen. Die Konzentration der Marktkräfte wird auf allen Ebenen deutlich: Von den Erzeugerbetrieben bis zum Lebensmittelhandel.

Abpacker und Vermarkter von Kartoffeln sind dadurch gezwungen, ihre Position und Funktion im Markt immer neu zu überdenken. Entweder müssen die Unternehmen versuchen, die Kosten soweit wie möglich zu senken, oder durch Verdrängung anderer Partner oder durch Kooperationen mit Wettbewerbern ihr eigenes Unternehmen zu vergrößern. Doch passen zwei Unternehmen nicht in jedem Fall gut zusammen. Zudem gibt es im Kartoffelhandel auch überzeugende Beispiele, wo Erzeuger und Vermarkter im Markt durchaus erfolgreich sind und die klassische Arbeitsteilung zwischen Erzeugung und Vermarktung beibehalten wird.


 
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