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Vorbild: Nische

Von Sylvia v. Hahn, Mundelsheim

Die Nischenproduktion stellt eine Möglichkeit dar, um in einer kleinbäuerlich strukturierten Landwirtschaft heutzutage zu überleben. Gerade die Unterstützung von Nischenerzeugern hat sich die vor zwei Jahren ins Leben gerufene Hohenlohe Gesellschaft e.V. auf ihre Fahnen geschrieben. Sie will im Hohenlohe-Kreis, in Schwäbisch Hall und im Main-Tauber-Kreis landwirtschaftliche Produkte und deren Verarbeitung in ihrer Eigenartigkeit und besonderen Qualität durch die Vergabe von Preisen sowie die werbliche und vertriebliche Unterstützung von Erzeugern und Produzenten fördern. Die Hohenlohe Gesellschaft verfolgt keinerlei wirtschaftliche oder finanzielle Interessen. Ihre zwölf Mitglieder verpflichten sich, die ideellen und materiellen Förderleistungen zu erbringen. Ziel ist, im Raum Hohenlohe kleinbäuerliche Erzeugung zu höchster Qualität zu führen und die Einkommen dieser Betriebe zu stützen.

Das erste Produkt, das von der Hohenloher Gesellschaft ausgezeichnet wurde, war Ochsenfleisch "Boeuf de Hohenlohe" gezogen aus dem Limpurger Rind. Die Limpurger sind eine alte württembergische Rinderrasse, die kurz vor dem Aussterben war und sich in der Vergangenheit als Zweinutzungsrind mit besonders guter Fleischqualität bewährt hatte. Während im Herbst 2000 nur vier Erzeuger beim Wettbewerb "Boeuf de Hohenlohe" mitmachten, haben für diesen Herbst - denn auch 2001 soll dieser Preis erneut vergeben werden - bereits 15 Landwirte ihre Teilnahme zugesagt. Wie man an dieser Zahl erkennen kann, scheint diese Art der Förderung in der Region auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein.

Wer weiß, vielleicht hilft sie tatsächlich der dortigen Landwirtschaft zu überleben. Der Auszahlungspreis für die Schlacht-och-sen, so das Ziel, soll immerhin um 80 Pf/kg Schlachtgewicht höher liegen als bei einem normalen "Bio-Ochsen". Neben dem besten Boeuf wird im kommenden Herbst auch erstmals eine Auszeichnung für hervorragende Leistungen bei der Herstellung von Käse ausgeschrieben.

Die Hohenlohe Gesellschaft will jedes Jahr ein neues Produkt prämieren, das in der Region Hohenlohe entsteht oder weiter verarbeitet wird. Vielleicht wird auch einmal ein Kartoffelpreis ausgelobt, denn schließlich leben in Baden-Württemberg nicht nur Spätzle-Esser sondern auch Menschen, die durchaus auch etwas mit Schupfnudeln oder sauren Kartoffelrädle anfangen können. In jedem Fall wünscht sich die Hohenlohe Gesellschaft Nachahmer dieser Art der landwirtschaftlichen Förderung auch in anderen Regionen. Sie steht jederzeit mit Rat und Tat gern zur Verfügung.


 
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