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Geordnet

Von Cäcilie Daus-Speicher, Wiesbaden

Keine Hektik, keine Spekulationen. Wer darauf gesetzt hatte, wurde enttäuscht: Der Zwiebelmarkt bewegt sich in diesem Frühjahr nämlich in wohlgeordneten Bahnen. Zwar gab es zwischenzeitlich eine kleine Preisbewegung nach unten, doch die ist mittlerweile überwunden und einer durchaus stabil-festen Tendenz gewichen. Und die Aussichten, dass dies auch in den kommenden Wochen so bleibt, sind groß.

Die aktuelle Marktsituation wird geprägt von ziemlich leergefegten Kühl- und Lagerhäusern in allen wichtigen europäischen Anbauregionen mit Ausnahme der Niederlande. Dort hat man allerdings für die mit Keimschutzmitteln behandelten alterntigen Zwiebeln gute Absatzmöglichkeiten in Spanien, Frankreich, Polen, Russland und einigen Balkanstaaten. Auf dem deutschen Markt stößt diese Ware ohnehin wegen der chemischen Behandlung eher auf Ablehnung. Vor diesem Hintergrund haben die neuen Überseezwiebeln hierzulande momentan leichtes Spiel. Zwiebeln werden gebraucht und Alternativen sind nicht vorhanden. Die neuerntigen spanischen Herkünfte bieten mit ihrer Frische und Losschaligkeit und ihrer zu wenig auf Qualität ausgerichteten Ware keine ernstzunehmende Konkurrenz für die ausgereiften Überseeknollen, die sich problemlos abpacken lassen. Sie werden denn auch den Inlandsmarkt bis Mitte Juni beherrschen. Das Vermarktungsvolumen liegt mit insgesamt 180.000 bis 190.000.t auf dem Vorjahresniveau.

Erntebeginn für die ersten deutschen Winterzwiebeln wird aus heutiger Sicht Ende der ersten Juniwoche sein. Sie stehen dann nach einer je nach Erntebedingungen zwei- bis dreiwöchigen Trocknungszeit und Zwischenlagerung dem Markt etwa ab dem 20./25. Juni zur Verfügung. Erwartet werden bei einem konstanten Anbau von 600 ha in der Vorderpfalz ein Vermarktungsvolumen von etwa 25.000.t nach nur 20.000 bis 22.000.t im Vorjahr. Die Wachstumsbedingungen haben sich bisher günstig gestaltet und lassen etwas höhere Hektarerträge als 2001 erwarten. Zudem waren damals etwa 100.ha als Bund- oder Frühlingszwiebeln vorzeitig geerntet und vermarktet worden.

Die Aussichten für die Winterzwiebelvermarktung stehen nicht schlecht. Zwar werden Anfang Juni noch die neuerntigen italienischen Knollen das Angebot in Deutschland vergrößern, doch scheint diese Ware angesichts einer im Vorjahresvergleich um drei bis vier Wochen weiter fortgeschrittenen Vermarktung der Überseeware gerade rechtzeitig in eine Angebotslücke zu stoßen, die sich beim Übergang von Überseeware auf deutsche Ware ergibt.
 
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