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Gelungener Auftakt

Von Hubert Grote, Bonn

"Wir tun wesentlich mehr für die sicherheitsbezogene Qualität unserer Mischfuttersorten als allgemein bekannt ist und geben dafür viel Geld aus". Diese Aussage, vielfach von Vertretern der Branche zu hören, war Anlass für Überlegungen zu weiteren Informationsaktivitäten. Auch im Importhandel wurde die gleiche Notwendigkeit gesehen. Dies führte zur Bildung der "Arbeitsgemeinschaft Tierernährung", einer Gesprächsplattform, getragen von den drei deutschen Mischfutterverbänden und dem Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse. Als erste Aktion wurde von dieser Gruppe gemeinsam eine "Presse-Info-Fahrt" geplant und durchgeführt.

Die Zielsetzung bestand darin, die vielfältigen, qualitätssichernden Maßnahmen eines Mischfutterherstellers den Medienvertretern anschaulich zu vermitteln. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand daher die praktische Anschauung der Abläufe in einem Mischfutterbetrieb. Rohwareneingangskontrolle, Qualitätsabsicherung durch Kontrakte, Rohwarenselektion aufgrund von Erfahrungen und Informationen aus Datenbanken sind einige Stichworte, die bei der Führung durch das Mischfutterwerk angesprochen und im werkseigenen Labor hinterfragt wurden. Wie erfolgt die Probenahme, wie viel Proben werden jährlich untersucht, welche Untersuchungen werden selbst durchgeführt bzw. bei externen Labors in Auftrag gegeben, wie lange werden Proben - auch von den ausgelieferten Mischfuttersorten - aufbewahrt, wie ist die Getreidequalität nach dem schlechten Erntewetter zu beurteilen, wie wird die Rückverfolgbarkeit gesichert - diese und weitere Fragen bestätigen nicht nur ein großes Interesse, sondern zielten auch auf die zentrale Thematik der Info-Fahrt. Während der Werksbesichtigung und der anschließenden Diskussion bestand ferner Gelegenheit, die Inhalte eines Qualitätssicherungs-Systems sowie die Umsetzung in einem Betrieb zu demonstrieren und mit gestandenen Praktikern die Vor- und Nachteile zu erörtern. Ein Qualitätshandbuch beeindruckt nicht nur durch seinen Umfang, sondern auch durch die vielfältigen konkreten Festlegungen an innerbetriebliche Verantwortlichkeiten, Prozessabläufe etc. Der Werksbesichtigung waren Kurzvorträge mit hinführenden Informationen vorangestellt:

- Die Darstellung der deutschen Mischfutterbranche als Glied in der Kette zur Lebensmittelproduktion sowie deren Einordnung in den Futtermittelsektor insgesamt
- qualitätssichernde Maßnahmen in Mischfutterbetrieben und die erzielten Erfolge sowie
- Importbedarf an Futtermitteln und deren Ausrichtung auf die erhöhten Anforderungen der Abnehmer.

Diese Informationen und eine Darstellung zum aktuellen Thema "Dioxin" wurden von den Pressevertretern wiederholt aufgegriffen. Es fand Anerkennung, dass durch das erste Dioxin-Monitoring der Mischfutterverbände "Problemkomponenten" ausfindig gemacht werden konnten, die derzeit in einem zweiten Monitoring schwerpunktmässig stärker beleuchtet werden. Diese Eigeninitiative der Wirtschaft ist zielorientiert, da sie zum Erkennen von Belastungsursachen führt. Dennoch herrschte auch in der Diskussion Übereinstimmung, dass dadurch kriminelle Machenschaften, wie sie in Belgien erfolgt sind, nicht ausgeschlossen werden können.

Mischfutter und Nutztierhaltung stehen in enger Verbindung. Aus diesem Grunde war es erfreulich, dass eine Führung durch das Lehr- und Forschungsgut Ruthe in die Presse-Info-Fahrt einbezogen werden konnte. Dort bestand darüber hinaus Gelegenheit, neue Anforderungen an Futtermittel aus der Sicht der Wissenschaft zu diskutieren und die Zusammenarbeit bei Qualitätssicherungsmaßnahmen zwischen Mischfutterindustrie und Lebensmittelindustrie - dargestellt am Beispiel der niedersächsischen Milchwirtschaft - zu beleuchten.

Zusammengefasst gab es ein volles, möglicherweise überfülltes Informationsangebot, das intensiv genutzt wurde. Nicht zufriedenstellend war die Präsenz der Tagespresse bzw. der nicht fachgebundenen Medien. Hierüber gilt es nachzudenken. Dennoch: Der erste gemeinsame Auftakt kann als gelungen bezeichnet werden.
 
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