Eröffnungsabend

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Gut besucht: Der Eröffnungsabend der DLG-Feldtage.
-- , Foto: D. Huber-Wagner
Gut besucht: Der Eröffnungsabend der DLG-Feldtage.

"Die politische Diskussionen um die Zulassung von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen sowie Kritik an der Landwirtschaft legt sich wie Mehltau auf unsere Seelen. Das darf nicht sein. Vielmehr sollten Landwirte das Gespräch suchen und die Vorteile von innovativem Pflanzenbau offen mitteilen", forderte Helmut Brunner (CSU), Agrarminister in Bayern, Aussteller und Gäste auf dem Empfang zu den DLG-Feldtagen auf Gut Mariaburghausen auf. 

Gäste aus dem Iran und Kasachstan

Mit dabei war viel Prominenz. Angereist waren die Vize-Agrarminister aus dem Iran und Kasachastan. Brunner appellierte an die 350 Aussteller, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse von Technik und Züchtung schnell der Praxis zur Verfügung zu stellen. Besonderer Dank galt am Eröffnungsabend Klaus Merkel, dessen Familie seit 135 Jahren als Pächter den Gutbetrieb bewirtschaften, auf dem die Feldtage stattfinden.

Klimawandel und Umweltschutz sind für Brunner die Herausforderungen der kommenden Jahre. Wassersparende Technik sei unabdingbar, dies habe das Trockenjahr 2015 gezeigt. Deshalb sei man auch in Franken über den vielen Regen in diesem Jahr nicht beunruhigt. "Lieber etwas zu nass als zu trocken", sagte Brunner. Die Wahl des ehemaligen Klosters Mariaburghausen sei von der DLG als Veranstalter gut getroffen: Schon immer waren Klöster landwirtschaftliche Musterbetriebe und Schrittmacher. 

Digitalisierung als Chance

Aufgeschlossen zeigte sich Brunner der Digitalisierung. Dies sei eine Chance für die Landwirtschaft. Doch sollten die Vorteile nicht nur Großbetrieben, sondern auch bäuerlichen Betrieben zur Verfügung gestellt werden. Der Einsatz von Sensoren und Internet könne den Aufwand an Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren. 

Kulturlandwirtschaft und Fortschritt seien keine Gegensätze, sondern könnten auch verbinden. Präsizisonstechnik sei die Basis für eine nachhaltige Landwirtschaft und hohe Erträge, sagte Albrecht Bartmer, Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgellschaft (DLG). Fortschritt verbessere die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, die von Jahr zu Jahr besser werde. Dies bestätige der Nachhaltigkeitsbericht der DLG.

Zwischen Glyphosat-Debatte und Chlorhuhn

Es werde kräftig gerüttelt an den innovativen Agrarbranchen, so Bartmer. Als Beispiel nannte er die aktuelle Diskussion von Pflanzenschutzmitteln, oder dass Mais als Monokultur für Hochwasser verantwortlich gemacht werde. Die Glyphosatdebatte markiere einen Trend zur Banalisierung komplizierter Zusammenhänge. Das Chlohhühnchen werde zum Symbol für globale Handelsbeziehungen. Die Wahrheit liege in der Urne, sagte Bartmer in Hinblick auf Wahlen. Bartmer forderte wie sein Vorredner Brunner die Gäste aus der Agrarbranche auf, sich in demokratische Debatten einzubringen und in Petitionen zu engagieren. (da)
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