Biokraftstoffe

Kompromiss findet geteilte Zustimmung


Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich mit der Entscheidung des Umweltausschusses zu den künftigen Kriterien über die Zusammensetzung von Biosprit nicht erfüllt, gibt sich Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) erleichert. "Wenn in den kommenden Monaten in Brüssel die neuen Ziele für Erneuerbare Energien im Verkehrssektor bis 2030 diskutiert werden, müssen nunmehr die großen Potentiale von Biokraftstoffen berücksichtigt werden“, sagte Baumann heute in Berlin.

Nach dem Vorschlag des Umweltausschusses sollen bis zum Jahr 2020 von den zehn Prozent Erneuerbaren Energien im Verkehrssektor Biodiesel und Bioethanol aus Biomasse maximal sieben Prozent beisteuern. Die Forderung von Biokraftstoffgegnern wurde zurückgewiesen, die indirekten Faktoren zur Landnutzungsänderungen (iluc) verpflichtend in die Treibhausgasbilanz einzubeziehen. Stattdessen sollen die Mineralölwirtschaft und die EU-Kommission über die Emissionen durch iluc-Faktoren berichten.

Für Bioethanol wird es eng

Als "notwendige Zukunftsentscheidung mit einem Wermutstropfen" bezeichnet die österreichische ÖVP-Abgeordnete im EP, Elisabeth Köstinger, die heutige Entscheidung des Umweltausschusses. Nun hätten Hersteller endlich Gewissheit und Planungssicherheit", so Köstinger.
Ziel des Gesetzes ist es, mehr heimische Biokraftstoffe zu nutzen und negative Effekte auf Nahrungsmittelproduktion und den tropischen Regenwald zu vermeiden. Unzufrieden ist Köstinger mit der Streichung des verpflichtenden Anteils von Bioethanol in konventionellem Kraftstoff. "Wenn kein Ethanol-Anteil im Biotreibstoff vorgeschrieben ist, wird wohl nur Biodiesel zum Einsatz kommen, und Ethanol bleibt auf der Strecke", bedauert Köstinger. (da)
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