Die Suche nach den fälschlicherweise als Öko-Ware deklarierten Lieferungen aus Italien scheint erfolgreich. Konsequenzen aus dem Betrugsfall sind im Gespräch. Nach Mitteilungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums konnten mittlerweile neun deutsche Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ausfindig gemacht werden, die direkt mit gefälschter Bio-Ware aus Italien beliefert worden waren. Bei der verdächtigen Ware handele es sich überwiegend um Sojabohnen, Sojakuchen und Rapskuchen, die hauptsächlich zur Verwendung als Futtermittel bestimmt waren. Nach Angaben der italienischen Behörden sollen rund 550 t gefälschte Bio-Waren, vorwiegend Futtermittel, nach Deutschland exportiert worden sein. Für die Verbraucher besteht keinerlei Gesundheitsgefahr.

Um Betrugsfälle mit falschen Zertifikaten zu verhindern, gibt es in Deutschland bereits auf freiwilliger Basis ein öffentlich zugängliches Verzeichnis zertifizierter Unternehmen des Ökolandbaus. Darauf weist das Ministerium hin. Auf EU-Ebene hat Deutschland mit    Unterstützung anderer Mitgliedstaaten die Initiative zur Schaffung eines EU-weiten Verzeichnisses ergriffen. Die EU-Kommission hat dieses Anliegen aufgenommen und eine entsprechende Verordnung erlassen. Hierdurch werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, der Öffentlichkeit entsprechende Verzeichnisse mit den aktualisierten Zertifikaten für die einzelnen Unternehmer des Öko-Landbaus zugänglich zu machen. Diese Bestimmungen müssen in den Mitgliedstaaten bis zum 1. Januar 2013 umgesetzt werden.

Der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) pocht ebenfalls auf die konsequente europaweite Einrichtung einer Datenbank sowie auf die Kommunikationspflicht der Länderbehörden. Der Wert von Warenrückverfolgbarkeitssystemen habe sich in diesem Fall gezeigt. (az)
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