„In den Ländern auf dem afrikanischen Kontinent finden wir starke Gegensätze“, sagt Martin Richenhagen, Vorstandsvorsitzender des US-amerikanischen Landtechnikkonzerns Agco. Am Rande des heute in Berlin stattfindenden und von Agco sowie Partnerfirmen organisierten „4. African Summit“ beschreibt Richenhagen im Gespräch mit agrarzeitung.de die aus seiner Sicht großen Potenziale für die Landwirtschaft.

In einigen Staaten wie Ghana, Sambia oder Mosambik bewege sich derzeit viel, andere wie Südafrika oder Malawi verfügten bereits über funktionierende und professionelle Strukturen in der landwirtschaftlichen Erzeugung, ist er überzeugt. Auch konkrete Modelle für die Umsetzung von weiteren Entwicklungsschritten existieren bereits, sagt Richenhagen.

Austausch zwischen Politik und Landtechnik in Berlin.
-- , Foto: Agco
Austausch zwischen Politik und Landtechnik in Berlin.
So befänden sich beispielsweise in Sambia „Farmblocks“, in denen Erzeuger kooperieren. Rund 800 deratige Farmblocks gebe es in Sambia. Auf jedem könnten 10 Traktoren zum Einsatz kommen. Dies bedeute relativ kurzfristig ein Potenzial  von 8.000 Schleppern, so der Agco-Chef. Dafür gebe es bereits auch Finanzierungsmodelle, auch die deutsche Bundesregierung habe Unterstützung zugesagt.

Andere Modelle sehen vor, dass sich Kleinbauern Schleppern für Stunden ,Tage oder längere Zeiträume leihen könnten. Modelle gebe es genug, sagt Richenhagen. Nun gelte es, die aufgebauten Strukturen zu nutzen und baldmöglichst die afrikanische Landwirtschaft in Prozesse des Agribusiness einzubinden.

Russland bleibt für Landtechnik offen

Während sich in Afrika das volle Potenzial der Landwirtschaft erst noch entfallen muss, können Agrarbetriebe in Russland laut Richenhagen auch weiterhin Landtechnik in vollem Umfang importieren. Sie fallen nicht unter Sanktionen welcher Art auch immer. Er sehe weiterhin ein großes Potenzial in Russland. Das durchschnittliche Alter der derzeit dort verwendeten Maschinen bezifferte er auf mindestens 15 Jahre. Daran werde deutlich, dass es einen großen Bedarf an schlagkräftigen Maschinen gebe. Sein Unternehmen Agco sei daher auch mit dem Russlandgeschäft im vergangenen Jahr zufrieden, sagte er.

Dennoch sei das Geschäft durch die wirtschaftlichen Entwicklungen in dem Land, besonders durch den Währungsverfall, erheblich erschwert. Die von beiden politischen Seiten verhängten Sanktionen bezeichnete der Agco-Chef als überholte Maßnahmen, die niemandem nützten und keinerlei Verhandlungserfolge bringen. Jedoch wolle er eine politische Bewertung nicht vornehmen, erklärte Richenhagen. (jst)
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