Afrika

„Kontinent der verpassten Chancen“

Wenig positiv gestaltete Martin Kalhöfer, Afrika-Experte der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland GTAI, den Auftakt zur Afrika Roadshow anlässlich der Agritechnica: „Es ist für Deutschland der Kontinent der verpassten Chancen“. Zwar seien die deutschen Exporte in den vergangenen zehn Jahren durchaus gestiegen. Doch das sei kein Vergleich zu dem insgesamt in Afrika rasant gewachsenen Importbedarf.

So reduzierte sich der Importanteil deutscher Maschinenbauer in den vergangenen zehn Jahren von 16 auf 10 Prozent. Im Vergleich dazu legte der Anteil chinesischer Maschinenbauer um das Fünffache von 4 auf 20 Prozent zu. Doch vor dem Hintergrund einer stark wachsenden Bevölkerung böte der Kontinent weiter ausreichend Chancen für Investitionen, erklärt Kalhöfer und zitiert eine Studie der Unternehmensberater Ernst & Young (EY). Derzufolge ist das Agrobusiness der Sektor mit dem höchsten Wachstumspotenzial. Auf Platz zwei liege der Bergbau, gefolgt von dem Infrastruktur- und dem Dienstleistungssektor.

Auf die Landtechnik bezogen, machen deutsche Exporteure durchaus eine gute Figur. Sie belegen mit einem Anteil von 8 Prozent den dritten Platz. Spitzenreiter im Landtechnikexport sind die USA (17 Prozent). Platz zwei erreicht China (9 Prozent).

Zersplitterter Markt

Dennoch seien auch noch einige Probleme zu meistern. Insbesondere sei es schwierig, in einem sehr zersplitterten Markt den Service aufrechtzuerhalten. Kalhöfer empfiehlt Vertrieb- und Serviceaktivitäten zu bündeln.

China sei zwar in Afrika sehr präsent, erklärt Kalhöfer zum Abschluss. Er rät deutschen Unternehmern aber, den Vergleich mit diesem Land endlich einzustellen: „Besinnen Sie sich auf die deutschen Kompetenzen.“ So hätten deutsche Unternehmen insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Ausbildung eine ganz andere Herangehensweise. Darauf solle man als Unternehmer setzen. (kbo)
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