Verärgert macht der belgische Bauernverband Boerenbond Fälle öffentlich, in denen Händler sich nicht an die vereinbarten Verträge halten. „Weil der Kartoffelpreis am freien Markt nur noch ein Zehntel des Kontraktpreises beträgt, ist für Abnehmer die Versuchung groß, die Vereinbarungen nicht so genau zu nehmen“, sagt Francois Huyghe, Berater beim Boerenbond. So soll ein Händler rückwirkend die vereinbarte Liefermenge von 250 t auf 50 t reduziert haben. Angeblich hat er auf Anweisung des Verarbeiters gehandelt.

Der Boerenbond empfiehlt seinen Mitgliedern dringend, in solchen Fällen den Rechtsweg zu beschreiten. Unterstützung dabei bietet der Verband an. Grundsätzlich sollten sich die Erzeuger auch die Zeit nehmen, bei der Qualitätskontrolle dabei zu sein. Denn auch das ungerechtfertigte Auffinden von Mängeln sei bei der aktuellen Preissituation ein Weg, aus bestehenden Kontrakten auszusteigen.

Auch Romain Cools, Geschäftsführer des belgischen Kartoffelhandelsverbands Belgapom, appelliert an die Kontrakttreue. Schließlich seien die Grundlagen der Verträge mit der gesamten Branche ausgehandelt worden. Dieser faire Umgang miteinander müsse Bestand haben. (brs)
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