„Wir können uns nicht neben jedes Schnitzel stellen“, sagt Martin Müller, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure gegenüber der Lebensmittel Zeitung (dfv). Er hält die Forderungen nach mehr Kontrollen von Politikern für unrealistisch und lediglich dafür geeignet, eine schöne Außenwirkung zu erzeugen.

„Die Länder und Kommunen, die für die Lebensmittelkontrolle verantwortlich sind, haben leider kein Interesse an tiefgreifenden Veränderungen und schützen lieber die heimische Wirtschaft. Nach wie vor liegen viele Daten nur handschriftlich vor, einen bundesweiten Austausch gibt es nicht. Das sind Zustände wie im vorigen Jahrhundert“, sagt Müller der Fachzeitung.

Müller fordert, ein wirksames Frühwarnsystem aufzubauen und den Austausch zwischen den Ämtern zu verbessern. Er plädiert für die Schaffung eines Bundesamts für Lebensmittelkontrolle. Auf EU-Ebene fordert Müller die Einrichtung einer zentralen Behörde mit vergleichbaren Befugnissen wie die europäische Polizeiorganisation Europol. (az)
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