Kontroverse um GVO-Grenzwert

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Wie groß dürfen die Spuren gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Öko-Lebensmitteln sein? Soll ein anderer Grenzwert als die 0,9 Prozent in konventionellen Produkten gelten? Diese Fragen gaben Anlass zur Kontroverse auf dem EU-Agrarministerrat am Montag in Luxemburg. Alle Minister unterstützten den Aktionsplan der EU-Kommission zur Förderung des Öko-Landbaus in der EU. Einig war man sich, dass vor allem die Nachfrage mit Hilfe von Informations- und Werbekampagnen verbessert werden müsste, damit es nicht zu Überschüssen an Öko-Produkten auf dem Markt komme.

Umstritten blieb, wie üblich, vor allem die Gentechnik in Bezug auf den Öko-Landbau. Die Kommission hatte einen Grenzwert von 0,9 Prozent für unbeabsichtigte GVO-Anteile in Öko-Produkten ausgesprochen. Die Kommission will es den Bio-Bauern nicht schwerer machen, als den konventionellen Landwirten, um damit die gewünschte Expansion des Sektors nicht zu behindern. Der italienische Agrarminister Giovanni Allemanno bestand dagegen auf einem schärferen Grenzwert im Öko-Landbau. Das Europäische Parlament habe sich schließlich schon im konventionellen Landbau für 0,5 ausgesprochen und in den USA gelten 0,0 Prozent im Öko-Landbau, berichtete der italienische Minister. Für viele Verbraucher seien GVO-Anteile schlimmer als Reste von chemischen Substanzen in Öko-Lebensmitteln, warnte der Minister. (Mö)

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